22. Januar 2026
Ein Abend des Zuhörens
Andreas und ich fuhren an diesem Abend Hagen und Hohenlimburg an.
Die ersten angefahrenen Schlafplätze waren noch leer. Wir fuhren weiter Richtung Fußgängerzone den Blick immer links und rechts. Dort fiel uns in einer Ecke ein abgestellter fahrbarer Ständer auf.
Wir stiegen aus und schauten uns diesen näher an. Ein Mann kam auf uns zu und erzählte es sei sei Hab und Gut.
Ich erkannte ihn und fragte, ob er nicht ein Strassenmusiker aus Wuppertal war. Ja, das war er. Aber leider hatte man ihm seine Gitarre gestohlen. Von unserer angebotenen Hilfe von Terrinen, Getränken wollte er nichts. Wir merkten, zuhören war viel wichtiger für ihn. Er erzählte uns von seinem bisherigen Lebensweg.
Nach einiger Zeit fuhren wir dann weiter, mit der Bitte auf sich aufzupassen. Am Hauptbahnhof kamen nach und nach Menschen an unser Auto. Nachdem wir diese versorgen durften, waren wir nur noch eine kleine Runde.
Die Männer sagten uns, es sei schön, einfach noch in Ruhe zu reden können. Uns wurde von Alkoholsucht und Drogen erzählt.
Von dem Leben auf der Straße.
Den Angeboten für Obdachlose.
Welche gerne angenommen und geschätzt werden.
Welche weniger genutzt werden.
Von dem Zusammenhalt der auf der Straße, der leider auch nicht mehr so ist wie vor Jahren. Der, der etwas hatte, hat es geteilt. Und untereinander wurde aufgepasst.
Ein Ehrenamt nicht als Selbstverständlichkeit sehen und für sie genauso wichtig ist, Respekt und Freundlichkeit zurück zu geben.
Ein Abend des Zuhörens.
Es war nach Mitternacht, als wir zurück ins Lager fuhren.
Passt auf Euch auf.
Andreas und Susanne
vom Lichtschmiede Team