23. Januar 2026

Wichtig ist aber einfach nur das nötige Verständnis

Unsere Tour führte uns wieder quer durch die Stadt und, zurück am Lager waren unsere Thermoskannen mit heißem Wasser leer.

Auch an diesem Abend gab es einige wenige, die nichts wollten. So der Straßenmensch, der an einem abgelegenen Ort seine Schlafstätte hat. Er freut sich immer, wenn wir kommen und wir sollen ihn sogar wecken, wenn er schläft. Er braucht nichts weiter als ein Gespräch.

Ganz anders in der Innenstadt. Dort standen bekannte und neue Bedürftige Schlange an unserem Vereinswagen. Heiße Terrinen, Kaffee, Tee, Süßes - alles wurde dankbar angenommen.

Zwischen einigen obdachlosen Menschen war zeitweise eine angespannte und raue Stimmung spürbar. Das Leben auf der Straße verlangt viel Kraft und ist von ständigen Belastungen geprägt, sodass Stress, Erschöpfung und Frustration sich manchmal im Umgang miteinander entladen. Im Verlauf eines Streits, etwas entfernt von unserem Auto, wurde eine Flasche geworfen, doch im Anschluss räumten alle Beteiligten gemeinsam die Scherben weg - kein Nachtragen.

Einer der Beteiligten blieb noch lange an unserem Wagen stehen, erzählte vom Frust der letzten Tage: Probleme mit den Behörden, der Polizei, seiner Unterkunft. Es kam viel zusammen und alles erschien ihm auswegslos - schwarzes Loch eben. Und irgendwann entlädt sich der Frust eben - bricht aus einem Menschen heraus, der normalerweise friedlich im Umgang mit anderen ist.

Ja, manchmal herrscht dann eben ein rauer Ton und auch wir mussten im Laufe unserer Tätigkeit lernen, damit umzugehen. Wichtig ist aber einfach nur das nötige Verständnis.

Passt gut auf euch auf.

Sabine und Monika

vom Team Lichtschmiede e. V.