Gudrun, Yvonne und ich wollten eine Tour zu dritt fahren, doch meistens kommt es anders als gedacht.
Meine beiden Partnerinnen fielen leider krankheitsbeding aus und für einen Augenblick schien es so, also ob ich heute die Tour alleine fahren sollte.
Doch dann kam mir eine Idee.
Ich rief meine Mutter an und fragte, ob sie Lust hätte, heute Nacht die Tour mit mir zu fahren.
Meine Mutter ist passives Mitglied bei Lichtschmiede e. V. und schon über 70.
Gesagt, getan… starteten wir in die Nacht.
Wir begannen unsere Tour in Hagen und fuhren zu den uns bekannten Plätzen in der Innenstadt.
Trotz mäßigem Wetter waren viele Bedürftige in der Stadt und warteten auf Unterstützung.
Wir trafen einen Mann mittleren Alters, der barfuß unterwegs war.
Er berichtete uns davon, dass seine Schuhe durch den Regen so nass geworden sind und jetzt in seiner Unterkunft trocknen.
Dies Situation haben wir schon öfters erlebt und versorgten den Mann mit neuem Schuhwerk.
Wir unterstützten alle mit den benötigten Gütern und unterhielten uns noch eine Weile über die täglichen Probleme auf der Straße.
Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg nach Wuppertal.
Dort angekommen begannen wir in Elberfeld bei einer uns vertrauten Frau.
Es war sehr überraschend, wie schnell sich die Frau mit meiner Mutter unterhielt und die beiden sich austauschten.
Oft werden neue Helfende nicht sofort angesprochen, da sich auch dort erst Vertrauen aufbauen muss - was natürlich in der Natur des Menschen liegt.
Wir hatten einige lustige Themen und nach der Grundversorgung brachen wir in Richtung weiterer Plätze auf.
Der Abend verlief weiterhin mit demselben Bild von Bedürftigen mit durchnässter Kleidung und Unterversorgung mit Getränken, Nahrung, Hygieneartikeln und etwas Süßem.
Da wir alles mithatten, konnten wir die Bedürfnisse aller erfüllen.
Trotz des schlechten Wetters waren alle zu kleinen Späßen aufgelegt und die Launen gut.
Nach ca. 3 Stunden in Wuppertal war der letzte Besuch in der Innenstadt bei einer Frau in dem Alter meiner Mutter.
Die beiden unterhielten sich, als ob sie sich schon jahrelang kennen würden – wunderbar.
Während ich die Dame mit den benötigten Gütern versorgte, kamen noch weitere Bedürftige dazu und wurden versorgt.
Es wurde uns mitgeteilt, wo wir bei unserer nächsten Fahrt weitere Personen antreffen können.
Für uns im Verein sehr wichtige Informationen, für die wir uns bedankten.
Wir machten uns auf den Heimweg, da uns auch die Müdigkeit einholte.
Impression von meiner Mutter:
Zitat: "Junge, ich habe mir schon gedacht, dass das Leben ohne Dach über dem Kopf sehr schwer ist, und ich habe in meinem Leben schon einiges gesehen.
Das es aber so schlimm sein kann, hätte ich auch nicht ansatzweise gedacht."
Tom