Immer mehr, die auf der Straße leben, die sich über eine warme Mahlzeit freuen, eine Regenplane, ein Paar Schuhe.
Wir hatten zunächst keine großen Erwartungen, an diesem Freitag in Wuppertal: Cocktailfest, alle Straßen überfüllt mit feiernden Menschen.
Wie sollten wir da die Plätze der obdachlosen Menschen anfahren?
Aber letztendlich fanden wir unseren Weg, irgendwie.
Und wir trafen so viele!
In einem Park zwei stark alkoholisierte Obdachlose, die sich für ihren Zustand tausendmal entschuldigten.
Ein Kaffee tat da gut.
An einem Parkhaus, wo die beiden Bekannten nicht schlafen konnten vor lauter Feierlärm auf der Straße.
Sie benötigten dringend ein paar Hygieneartikel und nahmen die warme Mahlzeit und etwas Süßes mit zu ihrem Platz.
An Schlaf war ja eh nicht zu denken.
An unserem Stammplatz vor einem Bistro, wo wir ziemlich ins Schwitzen kamen, weil so unglaublich viele Schlange standen und nach einer Mahlzeit fragten.
Im Hintergrund immer der Besitzer des Bistros mit Anhang, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, uns zu beschützen.
Als ein alter Bekannter den Stehtisch umkippte, um das Regenwasser abzuschütten, kam gleich jemand raus und fragte: "Was ist da los?"
Es war alles gut, aber wir waren sprachlos.
So aufmerksam.
Während der ganzen Zeit auf diesem Platz begleitete uns wieder ein Straßenmensch, der uns immer Geschichten erzählt, die seiner Phantasie entspringen.
So skurril.
Aber er will einfach nur, dass wir zuhören.
Nebenbei verrichtet er Handgriffe, bringt den Müll weg, reguliert das Anstehen.
Er braucht das und wir nehmen es an.
Auch das ist Hilfe.
Das Wasser reichte nicht!
Also fuhren wir wieder die Burgerkette an, in der uns schon einmal ausgeholfen wurde.
Unglaublich viel los an diesem Abend und wir hatten Hemmungen zu fragen.
Aber die Mitarbeiterin, die wirklich mehr Stress hatte, als viele verkraften würden, füllte Becher für Becher an dem Heißwasserautomaten und goss sie zwischen tausend anderen Handgriffen in die Kanne.
Wir bringen ihr auf der nächsten gemeinsamen Tour einen Strauß Blumen vorbei.
Das war einfach nur großartig und nicht selbstverständlich.
Und trotzdem mussten wir passen bei dem letzten Straßenmenschen auf unserer Tour.
Kein heißes Wasser mehr für eine Terrine.
Er hatte Verständnis und freute sich auch über einen Eistee und etwas Süßes.
Der Straßenmensch, der in der Nähe in einem Zelt lag und den wir noch mit einer warmen Mahlzeit versorgt hatten, meldete sich und sagte "Wenn ich helfen kann, gebe ich gerne was ab."
Helfen, geben, abgeben, ohne zu fragen.
So funktioniert das mit der Menschlichkeit.
Aber es ist nicht selbstverständlich.
Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.