30. April 2026

Wir selbst sind in der glücklichen Lage, das alles verteilen zu dürfen

Der Abend vor dem 1. Mai zeigte sich in Wuppertal mit vielen Feierevents, Musik aus allen Kneipen, lachenden Menschen und einem beeindruckenden Vollmond über allem.

Von diesen Menschenmassen in Feierlaune profitieren natürlich auch unsere Obdachlosen, denn an solchen Tagen können sie gut "Kasse" machen. Es läuft einfach dann besser als sonst.

Aber so gut, dass sie auch noch etwas abgeben, spenden, das ist natürlich nicht normal und zeigt, wie bei allen Menschen, die geben, einfach nur ein unfassbar großes Herz.

Schon zum zweiten Mal überreichte uns ein obdachloser Herzensmensch einen größeren Betrag, diesmal 20 €. "Ich will euch etwas zurückgeben."

Und wieder einmal half es nicht, das abzulehnen, darauf zu verweisen, dass er das Geld selbst dringend benötigt. Es war sein ausdrücklicher Wunsch und wir respektierten ihn.

So, wie den Wunsch nach einem gemeinsamen Foto. Ganz ganz lieben Dank für die Spende. Ist nicht selbstverständlich.

Die Tour verlief alles in allem entspannt und ungewohnt ruhig. Vielleicht lag es daran, dass wir einen Wochentag früher unsere "Freitagstour" fuhren oder daran, dass noch viele in der Stadt unterwegs waren und nicht an ihren Stammplätzen.

Die, die wir antrafen, konnten wir gut versorgen, hauptsächlich mit Terrinen und Getränken.

Auf einem Steinpodest in der Innenstadt saßen zwei Strassenmenschen, die wir nicht kannten. Wir stellten uns vor und sie fragten zaghaft nach einem Schlafsack und einer Isomatte.

Fast ungläubig nahmen sie beides in Empfang. "Ich fass es nicht. Jetzt habt ihr uns aber glücklich gemacht. Wir hätten sonst auf dem harten Beton hier geschlafen."

Es folgten noch Ausrufe wie "Engel" und vieles mehr. Aber so werden wir ungern genannt, denn das sind wir natürlich nicht.

Wir geben nur das weiter, was großzügige Herzensmenschen in kleinen und größeren Beträgen gespendet oder uns an Sachspenden übergeben haben.

Ohne sie gäbe es keine Schlafsäcke, Isomatten, Rucksäcke, Terrinen, selbstgestrickte Socken, Schals. Das sind die wahren Engel.

Wir selbst sind in der glücklichen Lage, das alles verteilen zu dürfen und dabei viele verschiedene Menschen kennenzulernen, die so dankbar sind für jede Art von Hilfe und Gesehenwerden.

Passt gut auf euch auf.

Olaf und Monika

vom Team Lichtschmiede e. V.