19. März 2026

Wir kündigten an, später noch einmal nach ihnen zu schauen

Gegen 20:00 Uhr starteten wir unsere Tour nach Hagen und Hohenlimburg.

Die ersten bekannten Schlafplätze waren leer. Auch die junge Frau vom Parkplatz war nicht vor Ort. Wenig später trafen wir zwei Männer. Einer saß auf seinem Rollator, nur mit einer dünnen Decke geschützt. Der andere lag mit Schlafsack, aber ohne Isomatte auf dem kalten Boden. Bei vier Grad eine schwierige Situation. Ein Schlafsack, eine Isomatte und heiße Terrinen wurden dankbar angenommen. Beide wollten dort die Nacht verbringen. Wir kündigten an, später noch einmal nach ihnen zu schauen. Sollte einer schlafen, würden wir ihn nicht wecken. Das war für sie in Ordnung.

Ein uns unbekannter Mann saß etwas abseits und blickte konzentriert auf einen nassen Fleck am Boden. Nach unserer Vorstellung erklärte er, dass er sich mit diesem Fleck und dessen Verursacher auseinandersetzen müsse. Dieser sei jedoch unsichtbar. Auch ein nicht sichtbares Haar beschäftigte ihn. Außer Taschentüchern nahm er nichts an. Wir verabschiedeten uns.

Am Hauptbahnhof trafen wir auf einige bekannte Gesichter. Wir verteilten heiße Terrinen, Kaffee, Wasser und Schokolade. Dabei begegneten wir auch einem Mann, den wir einige Wochen nicht gesehen hatten. Seit Jahren lebt er auf der Straße, die Spuren sind sichtbar. Er achtet sonst sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, trägt kaum Gepäck bei sich und hält sich oft in Spielhallen auf oder schläft im Stehen. An diesem Abend wirkte er ungewohnt ungepflegt. Eine passende Jacke und eine Mütze nahm er dankbar an. Wir unterhielten uns noch kurz.

Da wir die beiden Männer erneut aufsuchen wollten, verabschiedeten wir uns. Beide schliefen inzwischen fest. Wir ließen sie ruhen und fuhren zurück ins Lager.

Danke an alle, die unsere Arbeit unterstützen.

Andreas und Susanne

vom Team Lichtschmiede e. V.