17. Mai 2026

Unvorstellbar für uns, Alltag für Andere

Eine Tour die irgendwie anders war.

Wieder einmal hieß es Auto packen, vergewissern dass wir auch nichts Wichtiges vergessen hatten, Müdigkeit abschütteln und los. Die Temperaturen spielten zum Glück mit. Die Laune war gut und Nichts sollte das ändern können - dachten wir.

Es fing harmlos an.

In Witten trafen wir all unsere Bekannten. Hunger und Durst standen hier klar im Vordergrund.

Ein Herr bedankte sich mit einem Ständchen. Live und in Farbe quasi stand er am Auto und sang uns zum Dank ein Lied. Wie schon erwähnt, eine Tour der guten Laune. Zumindest bis jetzt.

In Herdecke trafen wir heute niemanden, und so konnten wir schnell Richtung Hagen.

Auch hier waren die ersten drei Bekannten schnell versorgt.

Bevor wir zum Hauptbahnhof fuhren, ging es durch die Fußgängerzone. Auch hier durften wir drei Herren helfen. Alles freundlich, alles entspannt.

Zwei der Herren freuten sich über Duschzeug und frische Wäsche. Die Volme, so sagten sie, wäre jetzt das Ziel, um sich zu waschen. Unvorstellbar für uns, Alltag für andere.

Dann kamen wir zum Hauptbahnhof. Auf den ersten Blick war klar, dass es viel zu tun gab. Leider war die Stimmung unter den Bedürftigen extrem gereizt und drohte mehrfach zu eskalieren. Ruhe bewahren und für Ordnung sorgen war oberste Priorität. Zweimal mussten wir androhen abzubrechen, und ein weiterer Herr versuchte, sich selbstständig an unserem Vereinswagen zu bedienen.

Das war der Moment wo die Stimmung bei mir kippte.

Nachdem wir diesen Herrn für den Tag des Autos verwiesen hatten, sprachen wir noch ein nötiges Machtwort. Langsam wurde es besser.

Am Ende hatten wir nicht mehr eine einzige Terrine im Auto. Wir konnten echt vielen Menschen helfen, aber so ungemütlich wie heute war es noch nie.

Nach getaner 'Arbeit' gönnten auch wir uns noch eine kleine Stärkung und fuhren zurück.

Bis bald,

Christian und Andreas

vom Lichtschmiede e.V. Team