In Wuppertal vor dem Bahnhof konnte man "Schlittschuh laufen" - Blitzeis.
Die vielen obdachlosen Menschen, die dort an diesem späten Abend zu uns an den Wagen schlingerten, hatten denn auch nur einen Wunsch: egal ob Terrine, Kaffee, Tee, warme Socken, lange Unterhose - Hauptsache Schutz vor der Kälte.
Auf der Tour fuhren wir mal wieder ein Gebäude an, das wir seit einiger Zeit wieder im Blick hatten.
Wir hatten dort schon mehrmals eine leere Schlafstätte gesehen und uns gefragt: Wer "wohnt" da?
Braucht da jemand vielleicht Hilfe?
An diesem Abend hatten wir Glück.
Ein sehr netter, sympathischer Mann freute sich über unser Auftauchen und nahm dankend unser Hilfsangebot an.
"Ich habe großen Hunger".
Diese Worte waren so eindringlich, dass wir auf unserem Tablett natürlich alles brachten, was den Hunger stillen konnte.
Er war so bescheiden, aber es war nicht schwer herauszuhören, dass er auch warme Kleidung benötigte.
So bekam er eine warme Jacke und dicke Socken.
Seine weißen dünnen Stoffschuhe waren undicht, die Füße nass.
Leider hatten wir keine Schuhe dabei, werden uns aber drum kümmern und ihm so bald wie möglich feste Winterschuhe bringen.
Auf dem Weg durch die Stadt hielten wir immer wieder an, um Bekannte zu versorgen, die unterwegs waren.
Gott sei Dank kannten wir die meisten, wie schnell wäre man sonst daran vorbei gefahren.
Immer wieder Heckklappe auf und schauen, ob wir mit dem, was wir im Vereinsauto fanden, helfen konnten.
Eine Station darf auf der Tour niemals fehlen.
Seit Jahren "haust" unser Bekannter dort in seinem Zelt, immer zuhause.
Heute nicht.
Wir waren so irritiert, dass wir immer wieder nach ihm riefen.
Nichts.
Bei genauerem Hinsehen bemerkten wir die ungewöhnliche Sauberkeit rund um das Zelt, das zum Teil zusammengefaltet war.
Wir hoffen so sehr, dass er an den vergangenen eisig kalten Wintertagen Hilfe bekommen hat.
Hoffentlich hat sich eine soziale Einrichtung um ihn gekümmert und ihn an einem warmen Ort untergebracht.
Das wäre die beste von vielen möglichen Erklärungen.
Wir werden dieses Rätsel aber mit Sicherheit auf einer unsere nächsten Touren lösen.
Das Netzwerk auf der Straße funktioniert und Neuigkeiten verbreiten sich auch hier schnell.
Passt auf euch auf.
Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.