01. April 2024

Wege und Möglichkeiten

Auch heute, am Ostermontag, war es uns sehr wichtig, nach denen zu schauen, die unsere Hilfe benötigen.
Andreas holte mich mit dem vollgepackten Auto zu Hause ab und wir starteten gleich hier im Wuppertaler Stadtteil. Bei unserem ersten Halt war der Hunger groß und wir bereiteten schnell die gewünschten Terrinen zu. Auch eine uns gut bekannte Frau, die erst nichts zu sich nehmen wollte, bekam Appetit und so gab es auch für sie noch schnell etwas zu essen. Eine gemeinsame Mahlzeit ist auch auf der Straße etwas Schönes. Wir verteilten dann noch unsere Schoko-Osterhasen, die wieder freudig genommen wurden. Schokolade und auch Weingummi, in den verschiedensten Varianten, wird von unseren Bekannten auf der Straße immer sehr gerne genommen. Ein junger Mann schlief schon sehr fest, so stellten wir ihm auch noch etwas hin, damit er sich dann beim Aufwachen daran erfreuen konnte.
An anderen Stellen, die wir anfuhren, waren die Bewohner teilweise nicht "zu Hause" und wir hoffen, dass sie an einem geschützten Ort gut über die Nacht gekommen sind. Mitten in der Stadt trafen wir dann den Herrn wieder, der erst seit einigen Tagen ohne Dach über dem Kopf ist. Er war sehr verzweifelt, wusste nicht so wirklich wohin mit sich. Die Situation überforderte ihn völlig. Nachdem sein Hunger gesättigt war, sprachen wir noch lange mit ihm. Es tat ihm sichtlich gut, über seine Sorgen und Nöte zu reden. Mit jemandem zu reden, der nicht wertet und mal für einige Zeit ausschließlich für ihn da ist. Wir können zwar keine Wohnung vermitteln, aber Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Während wir dort in der Fußgängerzone mit ihm standen, kreuzten viele unserer Bekannten unseren Weg. Zu später Stunde noch unterwegs, um vielleicht auf dem Weg zurück ins Nachtlager noch etwas Pfand sammeln zu können. Auch sie konnten wir mit allem Nötigen versorgen.
Wir sind dann noch durch andere Wuppertaler Stadtteile gefahren, aber wir trafen dort niemanden an. So beendeten wir unsere Ostermontagstour mit dem guten Gefühl, dort geholfen zu haben, wo Hilfe nötig war.
Euer Andreas und Sabine vom Team Lichtschmiede e. V.