08. Mai 2023

Ihr seid dufte Bienen

Die heutige Tour stand ganz im Zeichen der Kosenamen und Zuneigungsbekundungen. Vom Luftkuss über "Ihr seid Engel" und "Ihr seid dufte Bienen" war alles dabei.
Nachdem Miriam mich mit dem Vereinsauto in Wuppertal Langerfeld eingesammelt hat, begannen wir unsere Tour entlang der Talsohle in Vohwinkel. Hier trafen wir an einer Stelle, die lange nicht mehr als Treffpunkt diente, einen alten Bekannten mit seinen zwei Begleitern an. Wir versorgten die drei Herren mit Getränken und einer Terrine.
Danach fuhren wir nach Elberfeld. Vor einem Supermarkt trafen wir auf eine Dame, die seit kurzem wieder in einem Rückführungsprogramm zurück auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitet, aber trotzdem knapp bei Kasse ist. Hier konnten wir etwas mit Lebensmitteln unter die Arme greifen.
Dann gesellte sich ein obdachloser Herr dazu, der momentan in der nahe gelegenen Obdachlosenunterkunft schläft. Hier konnten wir auch mit ein paar Lebensmitteln weiterhelfen. Wir haben uns lange über seine Haft, den Antrag auf Grundsicherung, seine Drogen-Substitution und die Zustände in der Obdachlosenunterkunft unterhalten. Am Ende waren wir uns zu einem Thema einig. Eine Terrine ist vielleicht kein absoluter Gaumenschmaus, aber wärmt oft das Herz und die Seele.
Es ging weiter zu einem alten Bekannten, der sich aus Angst vor marodierenden Jugendlichen, die ihn auch schon körperlich angegangen sind, in einem Gebüsch versteckt. Während ich ihm die gewünschten Sachen ins Gebüsch reichte, kam mir der lustige Gedanke, was Passanten wohl so denken könnten, wenn sie mich mit dem Busch sprechen sehen. In der Innenstadt versorgten wir erst zwei junge Damen mit Hund. Nach einem netten Gespräch zogen wir weiter in die Fußgängerzone.
Nachdem wir zwei Herren, die wir spontan ansprachen, versorgt hatten, besuchten wir zwei Damen, die sich in der Fußgängerzone so gut es eben geht eingerichtet haben. Was sie uns berichteten, ließ Miriam und mich fassungslos zurück. Sie werden wohl oft von Passanten ungefragt mit dem Handy fotografiert oder gefilmt und landen dann mit fiesen Kommentaren unterlegt in den sozialen Medien.
Nachdem wir die beiden auch gut versorgt wussten, steuerten wir die Zone vor dem Hauptbahnhof an. Hier wurden wir heute von obdachlosen und bedürftigen Menschen quasi überrollt. Es bildete sich immer wieder eine neue Traube mit neuen Gesichtern um unser Auto. Mit viel Geduld und Ruhe wurden wir der Lage aber schnell wieder Herr / Frau.
Ein riesiges Dankeschön geht raus an das super nette Team vom La Piazza unterhalb des Bahnhofes, die uns selbstlos sofort mit heißem Wasser für unsere leere Thermoskanne versorgten. Das Auto war nun fast völlig leergeräubert. Aber eine Station gab es noch für heute in Barmen. Dort gab es eine Schrecksekunde, als wir einen uns bekannten Herrn in seltsamer Pose in einer großen Pfütze liegen sahen. Vorsichtig angesprochen kam der Herr aber zu sich und nahm das Essen und Trinken gerne an. Mit einer Übersetzungs-App konnten wir ihm sogar noch sagen, dass er sich doch ein trockeneres Plätzchen suchen sollte.
Nun sind Miriam und ich beide wieder gut zu Hause angekommen und wissen unser weiches, warmes und vor allem sauberes Bett noch mehr zu schätzen.
Wir wünschen Euch eine gute Nacht, die duften Bienen des Lichtschmiede e. V. Miriam und Kerstin