Manchmal gibt es Touren, bei denen man nicht viele Menschen trifft, und wir dann hoffen, dass die Leute gut untergebracht sind.
Doch dieser Abend geht trotzdem nachdenklich zu Ende.
Wir fuhren zu einem Bekannten, der zuletzt Probleme mit seinen Bein hatte und kaum gehen konnte.
Angekommen stiegen wir aus und machten uns auf zu seinem Platz.
Er bedankte sich für's Nachschauen, wollte aber nur weiter schlafen.
Sein Nachbar war auch nicht an seinem Platz und so fuhren wir weiter zur nächsten Stelle, den Blick immer auf die Straße und seitliche Gassen gerichtet, um Ausschau zu halten, ob jemand unsere Hilfe braucht.
Bei einer guten alten Bekannten angekommen sahen wir, dass dieser Platz leer war.
Da fragt man sich natürlich direkt wieder, was los ist.
Doch diese Frage bleibt immer offen bis zum nächsten Mal.
Es war Zeit, eine kleine Pause zu machen, und die machen wir am Bahnhof beim City Plaza, wo wir immer ein leckeren Cappuccino bekommen.
Nach einer Weile kam ein junger Mann mit kurzen Haaren grinsend und strahlend auf uns zu.
Wir erkannten ihn erst gar nicht, weil das letzte Mal als wir ihn sahen, hatte er lange Haare.
Er wollte in Therapie und wir waren froh, als wir hörten, dass er gut angekommen war.
Umso trauriger wurden wir bei dem, was wir dann hörten.Ihm ging es eigentlich gut, was wir auch sahen, denn er sah echt gut aus.
Nach einer Weile merkte er, dass irgendwas stimmt nicht.
Manchmal hat man ja so gewisse Ahnungen und Gefühle, dass etwas passiert ist und leider stimmt es oft.
Er bekam die Nachricht, dass ein enger Familienangehöriger gestorben war und zog ihm den Boden unter den Füßen wieder weg.
Er beendete die Therapie, weil er es nicht verkraftete, und so ging alles von vorne los.
Drogen, Straße und Alkohol, da war sie wieder, die Abwärtsspirale.
Obwohl es einen nicht direkt betrifft, nimmt es einen doch jedesmal mit, wenn wieder alles schief geht.
Wir verabschiedeten uns mit gemischten Gefühlen.
So fuhren wir noch zu zwei - drei anderen Stellen, um nach dem rechten zu schauen, doch wir fanden keinen mehr.
So beendeten wir unsere Tour etwas nachdenklicher als sonst.
Sabine und Björn vom Lichtschmiede e. V. Team