Hallo zusammen,
so schnell geht ein Jahr vorbei.
Irgendwie kam es mir viel kürzer vor als sonst.
Das lag bestimmt nur an der zusätzlichen Aufgabe, die wir uns mit dem Verein gestellt haben.
Es war ja auch unser erstes komplettes Jahr.
Unser Fazit ist durchgehend positiv.
Natürlich gibt es noch Luft nach oben, aber daran arbeiten wir.
Heute gab es dann die letzte geplante Tour des Jahres für mich.
Bevor ich aber mit dem Helfen beginnen konnte, durfte ich noch einmal eine Tasche mit allerlei nützlichen Sachen bei Angelika abholen.
Hygieneartikel, Thermoskanne, Süßes etc, nahm ich direkt mit auf die Reise.
Besonders gefreut hat mich ein Brief.
Es stand zwar "Persönlich" auf dem Umschlag, aber da er ja ans ganze Team gerichtet ist, gebe ich das gerne weiter.
Vielen Dank, unbekannte Gabi.
Den zweiten Brief, an Michael von "Niederwenigern hilft", leite ich gerne weiter.
Auf der Tour hatte ich mich als erstes mit Yanni (Name geändert) in Wuppertal verabredet.
Yanni möchte unbedingt zurück nach Griechenland.
Für einen Obdachlosen ein großer und fast nicht erfüllbarer Wunsch.
Wenn es da nicht viele helfende Hände gäbe.
Angefangen bei Martin, einer Privatperson mit einem ganz großen Herz, über George, einem Arbeitskollegen von mir, der den so wichtigen Termin bei der Botschaft für die fehlenden Papiere realisiert hat, einer netten Dame von einer Behörde in Schwelm, die Yanni dann auch zum Flughafen bringen wird und uns, der Lichtschmiede e.V.
Ein gutes Beispiel dafür, was man zusammen erreichen kann.
Am 01.01.23 sitzt Yanni im Flieger und kann in seiner Heimat und bei seiner Familie nicht nur das neue Jahr starten, sondern hoffentlich auch sein Leben neu sortieren.
Riesigen Dank an alle, die geholfen haben.
Der nächste Hilferuf kam von einem Ehepaar.
Sie bekommt "noch" kein Geld und er arbeitet in einer "Maßnahme" für 0,88 Euro /Stunde.
Das Geld reichte diesen Monat einfach vorne und hinten nicht.
Nach einem netten Gespräch gab es auch hier einen Gutschein, um das Nötigste einzukaufen.
Bei diesem Termin traf ich mich mit unserem Niko, der zufällig in der Nähe war.
Niko konnte mir einen weiteren Tipp geben, wo er noch einen obdachlosen Herrn gesehen hatte.
Er lotste mich dort hin und wir trafen auf Jürgen (Name geändert).
Jürgen ist noch nicht allzu lange auf der Straße und noch nicht so gut ausgestattet.
Das Wichtigste, einen Winterschlafsack und eine Isomatte, bekam er von uns.
Genau wie etwas zu essen und heißen Kaffee.
Hygieneartikel und Kaltgetränke rundeten die Sache erst einmal ab.
Jetzt hat er auch unsere Telefonnummer und kann sich im Notfall melden.
Wie glücklich er war, selbst noch am Abend nach 22 Uhr einfach mal so mit allem, was fehlte ausgestattet zu werden, braucht man nicht extra zu erwähnen.
Er war happy.
Beim nächsten Mal gibt es auch einen großen Rucksack, damit er alles besser verpacken kann.
Schon klingelte wieder das Telefon.
"Andreas, kommt ihr heute noch nach Hagen?" fragte eine uns bekannte Person.
"Klar, nachdem ich in Wuppertal fertig bin," war die Antwort.
Gesagt getan.
Noch ein paar Stellen kontrolliert, Essen und Kaffee verteilt und ab nach Hagen.
Auf der Fahrt dorthin fiel mir auf, dass ich leider oder vielleicht auch zum Glück das junge Paar vom letzten Mal nicht angetroffen hatte.
Ich hoffe, sie sind gut untergebracht.
In Hagen angekommen warteten schon zwei altbekannte Herren.
Kaffee, Tee, Hygieneartikel und Essen brachten sie zum strahlen.
Danach noch am Hauptbahnhof zwei Herren mit heißem Kaffee, Eistee und Suppen versorgt und eine kleine Runde durch die City gemacht.
Das war es eigentlich für dieses Jahr.
Ein spannendes Jahr, welches uns als junger Verein aufgezeigt hat, was wir innerhalb kürzester Zeit in der Lage sind zu leisten, aber auch, wo wir noch unsere Schwächen haben.
Es hat uns aber auch gezeigt, dass es Menschen gibt, die an uns glauben und uns unterstützen.
Ohne euch wäre das unmöglich gewesen, DANKE!
Es gibt auch Menschen, die uns nicht mögen, aber das wohl eher aus persönlichen Gründen, was uns nicht davon abhalten kann, genau das genau so zu tun, was und wie wir es tun, nämlich helfen.
Ein Jahr voller Erkenntnisse, voller schönen Begegnungen, strahlenden Gesichtern und vielen Geschichten.
Über manche konnten wir lachen, andere beschäftigen uns zum Teil noch heute.
Jeder Mensch hat seine Geschichte, du, ich, die Menschen, denen wir helfen.
Wichtig ist nur, das Beste daraus zu machen.
Denen, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, ihre Geschichte zum Guten zu wenden, werden wir auch nächstes Jahr wieder unter die Arme greifen, um mit ein wenig Licht die düstere Lage zu erhellen.
Im Namen aller Mitglieder wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bleibt gesund!
Bis bald, euer Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team