25. November 2022

Der Herr wechselte seine Schuhe direkt vor uns auf der Straße, ging wenige Schritte und strahlte

Am heutigen Tag begleiteten uns Tina und Michael von "Niederwenigern hilft". Michael hatte erneut in seiner Küche einen unglaublich leckeren Wirsingeintopf gezaubert. Damit und mit vielen mehr begannen wir in Bochum unsere Tour.
Da es sich mittlerweile rumgesprochen hatte, das wir Donnerstags dort anwesend sind, durften wir auch heute wieder etlichen Bedürftigen mit dem heißen Eintopf, Kaffee, Süßwaren, Kleidung und weiteren Dingen helfen. Die Resonanz und Dankbarkeit war wie eigentlich immer groß. Bei den mittlerweile wirklich unangenehmen Wetterbedingungen ist etwas heißes zu Essen und Trinken natürlich hilfreich.
Weiter ging es für uns nach Hagen. Auch hier wurden wir bereits von mehreren Bedürftigen Personen sehnsüchtig erwartet. Einer unserer Schützlinge hatte uns telefonisch informiert, das es zwei "Neuankömmlinge" gab, die nichts, außer dem, was sie bei sich trugen, hatten. Dies rief Andreas auf den Plan, sich in Hagen mit uns zu treffen und die aus dem Lager geholten Schlafsäcke und Isomatten zu übergeben. Leider waren die beiden avisierten Personen aber dann doch nicht an dem verabredeten Platz. Somit versorgten wir die Anwesenden mit Speis und Trank. Auch würden dort die erhofften Winterschuhe in Größe 45 übergeben. Der Herr wechselte seine Schuhe direkt vor uns auf der Straße, ging wenige Schritte und strahlte. Die waren perfekt.
Weiter ging es für uns an eine weitere Stelle, wo sich eine bedürftige Dame aufhalten sollte, aber hier trafen wir niemanden an. Also ab zur nächsten Stelle in Hagen. Auch hier freute man sich über unsere Ankunft. Neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln wurden hier aber auch besondere Gespräche geführt.
Die Mutter eines unserer Schützlinge war vor Ort und wollte ihren Sohn zurückholen. Ihr Sohn, nennen wir ihn Lothar, hatte uns aber in der Vergangenheit sehr viel über seine wirklich unschöne Kindheit berichtet und dass er keinen Kontakt zu seiner Mutter wünschte. Lange, tränenreiche Gespräche wurden mit der Mutter und Lothar geführt, in der Hoffnung ein wenig zu vermitteln und wieder zueinander zu bringen. Wir drücken die Daumen, dass die beiden wieder zusammen finden. Die Mutter hat eine feste Arbeitsstelle und eine Wohnung. Für Lothar wäre es sicherlich hilfreich, die angebotene Hilfe anzunehmen.
Weiter ging es nach Wuppertal. Dort angekommen fuhren wir zunächst zu einem Platz, wo wir gewöhnlich nur 1-2 Personen antreffen. Kaum dort angekommen, wurden wir auch hier recht stark frequentiert. Leider waren dort auch wieder drei Personen dabei, die neu auf der Straße waren und leben mussten. Auch hier waren viele Gespräche von Nöten. Einem der Neuankömmlinge hatte man einen gebrauchten und übel riechenden Schlafsack "gespendet", was in unseren Augen ein absolutes No Go ist. Wir versprachen, ihm und seiner Begleiterin heute Abend jeweils neue Winterschlafsäcke und Isomatten zu bringen. Leider war unser 12 Liter Thermobehälter in Hagen bereits leer, so dass wir in Wuppertal "nur" mit 5-Minuten Terrinen, heißen Getränken, Süßwaren und Kleidung helfen konnten. Allerdings wurden auch diese Dinge sehr gern angenommen.
Wir würden uns über Unterstützung sehr freuen, denn wie uns unsere Touren leider immer wieder bestätigen, wird der Bedarf an Unterstützung immer größer und der Winter steht vor der Tür. Meldet euch gerne per Mail, telefonisch oder über unsere Homepage www.lichtschmiede-ev.de.
Euer Lichtschmiede e. V. Team mit riesiger Unterstützung von "Niederwenigern hilft."