25. August 2022

Nach dem Brand war alles weg

Heute waren wir erneut mit Marisa und Michael von "Niederwenigern hilft" unterwegs.
Herzlichen Dank an Jan von Lichtschmiede e. V., dass wir wieder mit seinem Bus unterwegs sein durften, denn wir hatten wieder unzählige Dinge an Bord.
Unser erstes Ziel war Bochum. Hier waren wir kaum angekommen, wurden wir mit einem großen Hallo empfangen. Natürlich wurden die von Michael zur Verfügung gestellten Bockwürste und der hausgemachte Nudelsalat herzlich gern entgegen genommen. Ebenso fanden Hygieneartikel, Socken usw. neue Besitzer. Intensive Gespräche wurden geführt, Probleme gewälzt und auch der ein oder andere Witz wurde gemacht. Zum guten Schluss gab noch ein Gitarrist eine Kostprobe seines Könnens zum Besten. Auch dies wurde sehr gerne angenommen, denn das bedeutete eine Abwechslung zum meist nicht angenehmen Alltag.
Wir wechselten den Standort und fanden hier eine uns bekannte Bedürftige vor, die sich sehr über unsere Hilfe freute. Hier wurden wir von einem jungen Mann angesprochen, den wir allerdings durch die Sprachbarriere nicht verstanden. Jan, der alte Fuchs, holte sein Smartphone und aktivierte Google Translate, aber auch das war nicht sonderlich erfolgreich, denn wir wussten nicht, welche Sprache uns Google übersetzen sollte. Jan hatte allerdings noch ein Ass im Ärmel und rief einen Bekannten an, der der russischen Sprache mächtig ist. In diesem Telefonat wurde dann klar um was es ging. Die Oma des jungen Mannes hatte ihr Handy verloren bzw. liegen lassen und wir suchten es gemeinsam. Leider ohne Erfolg.
Nun führte uns die Tour nach Witten. Trotz intensiver Suche an den bekannten Plätzen trafen wir heute niemanden dort an. Somit ging es für uns weiter nach Wuppertal. An den uns bekannten Plätzen trafen wir auf einige Personen, die Hilfe dringend benötigen und sich sehr dankbar zeigten. Auch hier kamen die Leckereien natürlich sehr gut an und auch hier wurden Hygieneartikel, Süßigkeiten usw. an die Personen übergeben. Trotz der immer noch hohen Temperaturen gab es einen Wunsch nach einem Kaffee. Natürlich erhielt der Herr einen Kaffee von uns. Normalerweise haben schon etliche Heißgetränke den Besitzer gewechselt, aber bei den Temperaturen sind Kaltgetränke einfach deutlich mehr gefragt.
An einem weiteren Platz fanden wir heute leider niemanden an. Da der eigentliche "Bewohner" im Krankenhaus ist, soll sich jemand neues eingefunden haben. Wir bleiben am Ball. Nun ging es zu einem Platz, wo wir wissen, dass sich dort jemand aufhält, aber auch hier trafen wir niemanden an. Dann kamen allerdings 2 Personen auf uns zu und baten um Hilfe. Beide freuten sich über Bockwurst und Nudelsalat. Einer war nach Erhalt des Essens schnell wieder weg, der andere hatte allerdings großen Redebedarf und so blieben wir selbstverständlich und bekamen eine mehr als erschreckende Geschichte zu hören.
Der Mann, nennen wir ihn Jupp, wohnte in einem Haus, was jedoch durch eine vorsätzliche Brandstiftung unbewohnbar geworden war. Jupp hatte nie viel Geld, konnte sich aber nach und nach innerhalb eines Jahres mit einer neuen Couch, Küche usw. einrichten. Nach dem Brand war alles weg.
In den folgenden zwei Monaten kam er bei einem Bekannten unter und hat nun endlich wieder eine kleine Wohnung gefunden, die er leider erst wieder komplett einrichten muss.
Wir versuchen natürlich, auch hier zu helfen und arbeiten fieberhaft an einer Lösung. Wie nah im das Erlebte ging, merkte man nicht nur an der Art und Weise, wie er darüber sprach, sondern auch daran, dass die ein oder andere Träne vergossen wurde. Trotz allem zogen wir dann irgendwann weiter.
Wir trafen eine Person an, die zwar nicht unbedingt als hilfsbedürftig zu bezeichnen ist, aber auch ihn plagte ein kleines Hüngerchen. Natürlich bekam auch er etwas zu essen von uns. So, es war spät geworden, also ab nach Hause. Dachten wir zumindest.
Auf dem Rückweg, der gerade erst 2 Minuten dauerte, erblickten wir eine uns bekannte ältere Dame mit 2 Jugendlichen an ihrer Seite. Seltsam. Wir gingen zu ihr und sie freute sich sehr über unsere Anwesenheit. In ihrer Wohnung sollten sich 2 Personen befinden und in ihrem Bett liegen. Dies hatte sie auch den beiden Jugendlichen erzählt. Diese riefen daraufhin die Polizei an und baten um Hilfe.
Respekt an die beiden, dass sie sich nicht nur um die Dame gekümmert hatten, sondern auch bis zum Eintreffen der Polizei bei ihr blieben. Wie sich allerdings herausstellte, ist die Dame sehr dement und bei der Polizei bereits bekannt. Nicht wegen irgendwelcher Straftaten, sondern weil sie gerne solche Geschichten erzählte und in Folge dessen die Polizei schon einige Male gerufen worden war. Allerdings ist es immer besser, die Polizei zu informieren, auch wenn sich im nachhinein herausstellt, dass es nicht notwendig war.
Jetzt traten wir müde aber zufrieden den Rückweg an.
Gute Nacht, Marisa, Michael, Jan und Thorsten