Hallo zusammen,
entschuldigt bitte den langen Text, aber kürzer konnten wir es nicht zusammenfassen.
Angefangen hat alles vor knapp über einer Woche.
Da hat uns der Michael aus der Gruppe "Niederwenigern hilft" angeschrieben.
Auch sie betreuen Notunterkünfte und bedürftige Menschen.
Nicht als Verein, aber nicht weniger engagiert.
Mit ganz viel Herz und Emphatie sind sie bei der Sache und möchten uns unterstützen.
Letzten Mittwoch dann sind Thorsten und ich nach Hattingen gefahren und haben uns mit Andrea und Michael getroffen.
Ein "Beschnuppern", so nennen wir es einfach mal, stand auf dem Plan.
Es ist ja wichtig, dass man sich sympathisch ist und man die gleichen Ziele verfolgt.
Recht schnell war klar, die Chemie stimmt.
Heute, am Freitag, ging es dann für Michael, Jan und mich raus auf die Straße.
Heute allerdings etwas anders als sonst. Nicht nur, dass drei Personen nicht in den Smart passen, sondern auch aufgrund des Essens, welches Michael, der übrigens Koch ist, zubereitet hat.
Neben einem deftigen Eintopf mit ganz viel Fleisch, Salat, Nachtisch und Süßigkeiten hatte Michael noch verschiedene Getränke dabei.
Zudem mussten ja auch noch Schlafsäcke, Isomatten, Kleidung und Kaffee ins Auto.
Bei der Menge an Hilfsmitteln gab es keine andere Wahl als Jans Bus.
Vollgepackt ging es los.
Wie geplant war unser erster Besuch in Witten.
Dort trafen wir auf mehrere Personen.
Die gelungene Abwechslung zu unseren Terrinen wurde mit Heißhunger gegessen.
Der Eintopf, Salat, Nachtisch, Süßes und kalte Getränke verwandelten die Parkbank und den Bürgersteig in eine kleine Feinschmecker-Oase.
Gut gestärkt und gut gelaunt ließen wir die Leute zurück und setzten unsere Tour fort.
Nächster Halt Wuppertal.
Entlang der Wupper kennen wir so einige Menschen.
Die meisten obdachlos, aber auch einige Bedürftige.
Eine ältere Dame und ein Herr waren die ersten, die wir entlang der Wupper versorgen durften.
Was haben sie sich gefreut, Wahnsinn.
Selbst als wir schon wieder los fuhren, winkten und riefen sie noch hinter uns her.
Dann fuhren wir alle bekannten Stellen an.
Überall war man begeistert und genoss die warme Mahlzeit.
Michael scheint ein guter Koch zu sein.
Dann wurden wir von einem Obdachlosen gebeten, nach einem uns bekannten Herrn zu schauen.
Er hatte starke Schmerzen, mochte aber nicht zum Arzt.
Dort angekommen mussten wir feststellen, dass er entgegen seiner Natur sehr kurz angebunden war.
Wortkark lehnte er alles Angebotene ab, wollte nur Schmerzmittel.
So etwas dürfen wir aber nicht verteilen.
So ging es unverrichteter Dinge und mit ungutem Gefühl weiter.
Wir werden aber wieder nach ihm schauen.
Beim nächsten Stopp brauchte man neben Essen und trinken auch noch Tape, um ein Zelt notdürftig zu reparieren.
Leider hatten wir heute kein neues Zelt dabei.
Während die zwei Herren aßen, telefonierten wir noch mit einer Notaufnahme in Wuppertal.
Einer der beiden Herren hatte ebenfalls gesundheitliche Probleme, welche die Folgen eines Schlaganfalls waren.
Nach Rücksprache wollte der Herr sich dann am nächsten Tag selbstständig ins Krankenhaus begeben.
Nach einer langen Unterhaltung wollten wir gerade fahren, als ein anderer Hilfeverein vorfuhr.
Dieser konnte letztlich seine Fahrt fortsetzen, aber nicht ohne vorher mit dem benötigten Zelt auszuhelfen.
An der nächsten uns bekannten Stelle war heute niemand.
So beschlossen wir, ein Stück durch die Stadt zu laufen und nachzuschauen, ob wir noch jemanden finden.
Recht schnell war auch dies der Fall.
Der Herr begleitete uns zum Auto und freute sich über die Hilfe.
Anschließend ging es mit offenen Augen entlang der Wupper über Schwelm nach Ennepetal.
Hier schlief der uns bekannte Herr aber leider schon.
Verständlich, hatten wir doch mittlerweile schon wieder Mitternacht.
Jetzt hieß es auch für uns wieder Feierabend.
Ein Abend mit vielen Eindrücken, vielen Schicksalen, aber auch vielen freundlichen Gesichtern.
Ohne den Ernst der Lage zu vergessen, hatten Michael, Jan und ich einen lustigen Tag.
Die Harmonie in dem heutigen Team war sehr gut und wir von Lichtschmiede freuen uns sehr auf eine Wiederholung mit der Verstärkung durch "Niederwenigern hilft".
Gute Nacht, euer Michael von "Niederwenigern hilft" und Jan und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team