Hallo zusammen,
der Tag fing ganz normal an, sollte aber verheerend enden.
Geplant war am Abend eine Tour, die wir dann aber leider nicht realisieren konnten.
Manchmal macht uns unser Privatleben eben einen Strich durch die Rechnung.
Für einzelne Meldungen sind wir aber immer empfänglich.
Wie zu erwarten klingelte das Telefon.
Ein uns bekannter Mann, nennen wir ihn einfach mal Konrad, hatte Hunger und bat uns um frische Unterwäsche.
Was Konrad nicht wusste war, dass wir am Tag zuvor so viele Unterwäsche gespendet bekommen hatten, dass unser kleines Lager nun wirklich überläuft.
Vier Palleten feinster Ware sorgen in der nächsten Zeit dafür, dass wir uns um Unterhosen keine Gedanken mehr machen müssen.
Bei unserem Treffen gab es neben der Unterwäsche aber auch noch weitere Kleidung und etwas zu essen.
Schnell gesellte sich ein weiterer Bekannter hinzu.
Auch er wurde von uns versorgt und freute sich riesig.
An einer anderen Stelle, ebenfalls in Gevelsberg, trafen wir auf zwei weitere Personen.
Auch hier gab es etwas zu essen.
Mehr wollten die zwei aber heute nicht.
Nach etwas Smalltalk ging es wieder nach Hause, vorbereiten auf die Nachtschicht.
Ehrenamtliche Arbeit ist schön, aber Geld muss ja auch verdient werden.
Bis hier hin war alles gut.
Aber dann kam der Anruf, der einen den Glauben an die Menschheit verlieren lässt.
Eine Mischung aus Trauer, Entsetzen und Wut machte sich in einem breit.
Alfred (Name geändert) erzählte uns, dass die Schlafstelle von einem unserer "Freunde der Straße" in Brand gesteckt wurde.
All sein Hab und Gut ist dem Feuer zum Opfer gefallen.
Außer dem, was er bei sich trug, besitzt er nun nichts mehr.
Privatleben hin oder her, in so einem Fall muss gehandelt werden.
Innerhalb von Minuten hatten wir uns abgesprochen und es war klar, wer kurzum nach Wuppertal fährt, um unserem Bekannten zu helfen.
Vorher ging es aber noch ins Lager und es wurde eine große Tasche gepackt.
Eine Isomatte, ein Schlafsack, ein neues Zelt, Kleidung, Unterwäsche, Hygieneartikel und etwas zu essen sollte für den ersten Moment helfen.
All das wurde direkt zu unserem Jan gebracht, damit er sich damit auf den Weg nach Elberfeld machen konnte.
Nachdem er noch Thorsten abgeholt hatte, machten sich die beiden erst einmal ein Bild von der Lage.
Zum Glück war auch schon unser Niko vor Ort und konnte aufgrund seiner Tätigkeit beim Rettungsdienst schnell Entwarnung geben.
Wir hatten natürlich Angst, dass noch jemand im Zelt war.
Das war aber glücklicherweise nicht der Fall.
Nun war die oberste Priorität die Versorgung aller Beteiligten.
Der Redebedarf war groß, der Herr, der dort gewohnt und alles verloren hatte, war recht gefasst, aber irgendwie auch sehr erschüttert über das Erlebte.
Zum Glück war ihm nichts passiert und er kann vorerst mit bei einem anderen Obdachlosen mit im Zelt schlafen.
Thorsten ergriff spontan die Initiative und ging auf einige Passanten zu, um Geld für das Brandopfer zu sammeln.
Sobald die Schlafstelle von Schutt und Asche befreit ist oder er eine andere Stelle gefunden hat, werden wir mit der Ausstattung weitermachen.
Es fehlt ja jetzt quasi alles.
Was uns aber fassungslos zurück lässt, ist die Tatsache, dass es Menschen gibt, die so herzlos sind, dass sie auf denen rumtrampeln, die schon am Boden liegen.
Jemandem, der nur das Nötigste besitzt, dieses auf so eine Art zu nehmen, ist Milde ausgedrückt erbärmlich.
Was wir denken, schreiben wir hier besser nicht, hoffen aber, dass der Brandstifter seine gerechte Strafe bekommen wird.
Wir werden weiter nach unserem Bekannten schauen und werden, wenn wir etwas bestimmtes brauchen, einen Aufruf starten.
In diesem Sinne gute Nacht, euer Lichtschmiede e. V. Team