Die heutige Tour fand mit Marisa, Tina und Michael von "Niederwenigern hilft" statt.
Michael hatte eine frische Hühnersuppe zubereitet.
Achtung Spoiler: die Suppe kam bei allen sehr gut an und der Thermokessel war komplett leer am Ende der Tour.
Wir starteten nach dem Beladen des Autos am alten Gasthof in Niederwenigern mit unser Tour in Bochum.
Hier angekommen, wurden wir bereits von etlichen Personen erwartet.
Alle freuten sich über die heiße Suppe.
Viele der dortigen Personen leben ganztägig draußen und wir alle wissen sicherlich, dass es sehr unangenehm ist, wenn die Kälte den Weg durch die Kleidung gefunden hat.
Dabei muss man bedenken, dass die hilfsbedürftigen Menschen meist keine der Jahreszeit entsprechende Kleidung haben.
Neben der Ausgabe von Süßigkeiten und Getränken wurden auch selbstverständlich wieder etliche Gespräche geführt.
Nach geraumer Zeit machten wir uns auf den Weg nach Wuppertal.
Doch kaum gestartet, entdeckte Marisa einen Herren mit einem vollgepackten Einkaufswagen.
Wir beschlossen zu wenden, um ihm unsere Hilfe anzubieten.
Dies nahm er auch in Form von Suppe und Kaffee dankend an.
Nun ging es nach Wuppertal.
Hier fanden wir jemanden auf dem nackten Boden liegend im Halbschlaf vor.
Wir sprachen ihn an und er freute sich sehr über die heiße Suppe.
Für seine Bekannte nahm er auch gern eine Suppe.
Er erzählte uns, dass er diesen Monat noch eine Wohnung hatte, aber eben nur noch diesen Monat und dass er Angst vor dem Winter und der Zukunft hatte.
Er verabschiedete uns mit den Worten "Gott segne euch".
An weiteren Stellen in Wuppertal trafen wir niemanden mehr an und somit machten wir uns auf nach Hagen.
Eine Station in Hagen hat bei uns allen vieren ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.
Dazu gleich mehr.
An der ersten Stelle in Hagen trafen wir auf uns zwei bekannte Personen.
Einer der beiden hatte eine Wohnung erhalten (wir berichteten bereits davon) und freute sich über ein nagelneues Oberbett.
Die Bettwäsche dazu hatten wir ihm ja bereits vergangenen Donnerstag überreicht.
Beide freuten sich über die heiße Suppe, Kaffee und Süßigkeiten.
Nach einem Plausch fuhren wir zu der nächsten Stelle, an der wir ebenfalls bereits von 2 uns bekannten Personen erwartet wurden.
Einer von ihnen war allerdings wieder zurück auf der Straße.
Der Partner war seit geraumer Zeit im Krankenhaus und nach 6 Jahren Straße ist es wahnsinnig schwer, allein in einer ruhigen Wohnung zu sein.
So zog es ihn heute wieder auf die Straße.
Leider vollgepumpt mit Drogen und Alkohol (ja, Alkohol ist auch eine Droge) fanden wir ihn liegend auf einer Bank vor.
Sein Unterschenkel sah erschreckend aus - ein alter Verband war bereits eingewachsen und an etlichen Stellen nicht mehr vorhanden.
Details möchte ich euch an dieser Stelle ersparen.
Gut das wir mit Tina eine Krankenschwester dabei hatten.
Sie verband mit Material aus dem Verbandskasten die Wunde (also den kompletten Unterschenkel) fachmännisch.
Ins Krankenhaus wollte er keinesfalls, da man ihn dort wie Abschaum, einen dreckigen Junkie behandelt hatte.
Während wir uns mit ihm unterhielten, eine Suppe und Kaffee Übergaben, sammelten sich an unserem Fahrzeug immer neue Personen und baten um etwas zu essen.
Auch hier konnten wir alle versorgen.
Gerne wurden auch Kaffee und Süßigkeiten genommen.
Nach geschlagenen 1,5 Stunden fuhren wir Richtung Heimat, nicht ohne das soeben erlebte zu besprechen.
Gute Nacht