Hallo zusammen,
heute waren Kerstin und ich, wie sonst auch alle aus unserem Team, mit ganz viel Herz bei der Sache.
Nachdem wir alles Nötige eingekauft und in unser kleines Auto verladen hatten, ging es zu unserem ersten Stopp.
Leider war der Herr nicht an seinem Platz.
Das schlechte Wetter schien der Grund zu sein, dass er sich eine trockenere Stelle gesucht hatte.
Vielleicht treffen wir ihn beim nächsten Mal wieder.
In einer anderen Stadt fuhren wir unsere übliche Route, trafen aber erst niemanden.
An einem uns bekannten Hotspot trafen wir dann gleich mehrere Personen, die etwas zu essen mehr als nötig hatten.
Eine Person blieb bei uns am Fahrzeug und schüttete uns ihr Herz aus.
Mitte 20, seit 5 Jahren auf der Straße, hat sie so viel mehr erlebt, als mach einer in seinem ganzen Leben.
Verzweiflung mischte sich beim erzählen mit Hilflosigkeit.
Nachdem ihre Tränen getrocknet waren, entschuldigte sie sich, dass sie uns mit ihren Sorgen überschüttet hatte.
Für uns kein Problem, wir erkannten recht schnell, wie wichtig dieser Moment für sie war, hörten zu und versuchten, ihr Tipps zu geben.
Wir versprachen ihr, bei einer Hilfsorganisation mit Unterbringungsmöglichkeiten nachzufragen.
Vielleicht gibt es ja doch noch eine positive Zukunft für sie.
Die nächste Stadt lud uns auf einen Bummel im Park ein.
Nicht, dass wir eine Pause gebraucht hätten, nein, wir hatten den Hinweis bekommen, dort einen obdachlosen Herrn anzutreffen.
Leider war dem nicht so.
Dafür trafen wir dort aber auf einen ehemaligen Obdachlosen.
Er berichtete uns von seinem jetzigen Leben und dem Weg dorthin.
Es war ein sehr ausführliches aber zugleich auch informatives Gespräch.
Auch weitere Tipps von Schlafstellen gab er uns.
Irgendwann hieß es für uns aber weiter suchen.
Der nächste Herr ließ nicht lange auf sich warten.
Er klatschte schon in die Hände, als er uns erkannte.
Er freute sich wahnsinnig auf unsere Gulaschsuppe.
Eine Terrine wohlgemerkt.
Er bekam gleich zwei, zudem Süßes und Apfelschorle.
Aber das dicke Ende sollte noch kommen.
Nachdem er alles vor sich stehen hatte, fragte er, was das denn alles kosten würde, wieviel er uns jetzt schuldete?!
Da bekam ich Gänsehaut.
Natürlich muss so etwas niemand bei uns bezahlen.
Als er das dann akzeptiert hatte, freute er sich um so mehr.
Wir blieben noch ein paar Minuten und hörten uns seine Geschichten an, bevor wir ihn in Ruhe essen ließen.
Heute war es nur eine kleine Runde.
Gestartet in Wuppertal, nach Ennepetal, über Gevelsberg nach Hagen und über Herdecke nach Witten, alles in allem ca. 100 km.
100 km bei denen sich unsere Gedanken und Gespräche fast ausschließlich um die Menschen in Not drehten.
Manchmal übersehen wir dann auch schon mal eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Gute Nacht, Kerstin und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team