Hallo zusammen,
es ist Pfingstsonntag.
Pfingsten gilt als Fest des Neuanfangs.
Dies trifft aber nur auf die Wenigsten zu, die wir draußen nachts noch auf der Straße antreffen.
Für die Meisten ist es die Endstation.
Natürlich kann man sagen "selbst schuld", so einfach ist es oft aber nicht.
Viele unterschiedliche Schicksale haben diese Menschen auf die Straße gebracht.
Schicksale, an denen auch wir zerbrechen würden.
Nur haben die Meisten von uns ein Rettungsnetz aus Familie, Freunden und Kollegen.
Das ist der kleine feine Unterschied.
Seid dankbar dafür.
Aber zurück zur Tour.
Gestartet sind Yvonne und ich in Gevelsberg.
Nachdem wir alles entlang der Wupper besucht hatten, ging es über die Autobahn nach Bochum.
Danach besuchten wir Witten, um unsere Tour letztlich in Hattingen zu beenden.
Wie immer gab es Essen und Getränke für den Körper und Gespräche für die Seele.
Zwei Schlafsäcke wurden ebenfalls gebraucht, sowie etwas Süßes als Nervennahrung.
Wie nah Freud und Leid zusammenliegen, konnten wir auch heute wieder erfahren.
Während uns ein obdachloser Herr nochmal bestätigte, dass er Aussicht auf eine Wohnung hatte, berichtete uns ein anderer Herr, dass er drei Tage nichts mehr gegessen hatte.
Letzterer war so froh und dankbar, dass wir da waren, dass er sich immer wieder bedankte.
Wir freuten uns einfach nur, dass er heute nicht hungrig einschlafen musste.
Nachdem wir jetzt über 6 Stunden unterwegs waren und niemanden mehr aufwecken wollten, fuhren auch wir zurück.
Zurück zu unserem ganz persönlichen Rettungsnetz, welches uns dabei hilft, die Eindrücke der Nacht zu verarbeiten.
Gute Nacht, Yvonne und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team