27. Februar 2026

Und seine Heimatstadt gibt ihm als Ankerplatz einen Rest Sicherheit

Der Pinguin ist das Wappentier des Wuppertaler Zoos und steht auch für die Verbundenheit der Menschen mit dieser Stadt.

"Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe hier so viel erlebt und will niemals weg aus meiner Heimatstadt".

Das erzählte uns ein Straßenmensch, der nach Jobverlust und Trennung von seiner Partnerin auf der Straße landete und psychisch nun in einem tiefen Loch steckt. Aber er hat sich nicht aufgegeben, ist immer ordentlich gekleidet, mit dem wenigen, was er hat, zufrieden. Sein Tagesablauf ist geregelt: Steht morgens gegen 7 Uhr auf, frühstückt und geht dann zur Arbeit, dem Flaschensammeln. Wenn er abends zurückkommt macht er sich sein Honigbrot. So normal und so unvorstellbar anders, ohne Dach über dem Kopf. Alles, was er zusätzlich braucht, ist das gelegentliche Gespräch und dafür nehmen wir uns regelmäßig Zeit. Und seine Heimatstadt gibt ihm als Ankerplatz einen Rest Sicherheit.

Auf unserer weiteren Tour durch die Innenstadt trafen wir einige, die angeblich wunschlos glücklich waren. Sie fragten nach einem Kaffee, Wasser und etwas Süßem, mehr nicht.

Am Bahnhof empfingen uns dann wieder viele, die schon auf uns gewartet hatten: Terrinen, Wasser, Hygieneartikel und auch Kleidung, alles wurde dankbar angenommen. "Ich gehe morgen duschen und brauche neue Socken und Unterhosen", sagte ein uns lange bekannter obdachloser Mann. Gerne!

Am Schluss der Tour fuhren wir an dem nun verwaisten Unterschlupf eines kürzlich verstorbenen Obdachlosen vorbei. Es ist nur ein Gebüsch, aber jedes Mal - Kloß im Hals. Er war auch so bescheiden, dankbar für alles und so verbunden mit dieser Stadt.

Passt gut auf euch auf.

Frank und Monika

vom Team Lichtschmiede e. V.