23. Juni 2026
Wie in der Grundschule
So oder so ähnlich könnte man unsere heutige Tour betiteln.
Carina und ich versuchten an diesem Abend zunächst noch einmal die Familie zu kontaktieren, welcher wir schon letzte Woche mit einem Großeinkauf unter die Arme geholfen haben. Leider ging niemand ans Telefon und wir konnten der Bitte auf nochmalige Unterstützung nicht nachkommen. Aber wir bleiben hier am Ball, da die Familie bei den Ämtern bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um schnellstmöglich wieder in eine eigene Wohnung ziehen zu können.
So ging es für uns zunächst in die Randbezirke Hagens, wo uns direkt ein junger Mann mit allerlei 'Krempel' ansprach. Er erzählte uns mit schnellen, aber wirren Worten, dass ihn seine Freundin aus seiner eigenen Wohnung ausgesperrt habe und er seinen täglichen Dingen nicht mehr nachkommen könne. Dann wurde es ganz wirr, denn er erzählte munter weiter von sechs eigenen Geschäftskonten, fünf eigenen Autos und vielen Dingen mehr, die ihm alle gehörten. Aufgrund seines äußerlichen Erscheinungsbildes und dem wenigen, teils nicht brauchbaren Hab und Gut, das er dabei hatte, waren wir uns sehr sicher, dass seine Geschichte nicht ganz der Realität entsprach. Sein Verhalten ließ vermuten, dass er sich in einer schwierigen psychischen Situation befand. Nachdem er von uns mit den nötigsten Dingen ausgestattet war, zog er von dannen. Er wollte nach seinen Autos Ausschau halten.
Zurück in der Innenstadt fuhren wir uns bekannte Plätze an, aber niemand war vor Ort.
Die Straßen waren aufgrund des Wetters sehr belebt und viele Bedürftige waren scheinbar noch unterwegs.
Am Hauptbahnhof wurden wir freudig empfangen.
Wie in der Grundschule stellten sich alle in einer Reihe an und warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren. Wasser war ein großes Thema, denn bei den Temperaturen ist es überlebenswichtig.
So leerte sich unser Kofferraum entsprechend schnell und dankbare Gesichter rundeten unsere Tour an diesem Abend ab.
Achtet bitte gerade bei diesen heißen Temperaturen auf obdachlose Menschen und auch auf eure Mitmenschen. Spendiert gegebenenfalls etwas zu Trinken und ruft im Notfall lieber die 112 an.
Passt gut auf euch auf sagen
Carina und Olaf
vom Team Lichtschmiede e. V.