20. September 2026
Ein Stück des Weges
Heute trafen Andreas S. und ich uns am Lager. Unsere Route begann in Witten, führte uns weiter durch Herdecke und schließlich nach Hagen.
Schon in Witten begegneten wir unter anderem einem Mann, der sich offensichtlich in keiner guten Verfassung befand. Mehrere Mitglieder unseres Vereins haben versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, ihm Unterstützung angeboten und ihm geraten, Hilfe anzunehmen. Doch manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man akzeptieren muss, dass ein Mensch diese Hilfe im Moment nicht möchte. So mussten wir schließlich weiterziehen, leider mit einem bedrückenden Gefühl und dem Gedanken, ob es ihm gut gehen wird.
Durch Herdecke ging es anschließend weiter, dort trafen wir diesmal niemanden an. Also führte uns der Weg nach Hagen.
In der Hagener Fußgängerzone begegneten wir einigen Menschen, die unglaublich dankbar für eine warme Suppe, einen Schlafsack oder eine Isomatte waren. Dinge, die für viele von uns selbstverständlich erscheinen, können für jemanden auf der Straße in diesem Moment einen großen Unterschied machen.
Auch am Bahnhof trafen wir wieder auf viele nette Menschen, mit denen wir sprechen und denen wir helfen konnten. Besonders gefreut hat mich die Begegnung mit einem alten Bekannten. Er erzählte mir, dass er demnächst eine Therapie beginnen möchte. Ich drücke ihm von Herzen beide Daumen und hoffe sehr, dass er danach genug Kraft und Stabilität findet, um Schritt für Schritt in ein neues Leben zu starten.
Ein anderer Mann fragte uns, ob wir ihm bei der Suche nach einer Wohnung und bei den notwendigen Anträgen helfen könnten. Natürlich versuchen wir auch dort, ihn so gut es geht zu unterstützen. Denn manchmal braucht es nicht nur Essen oder einen Schlafsack. Manchmal braucht es jemanden, der zuhört, mitdenkt und ein Stück des Weges mitgeht.
Am Ende einer solchen Tour bleibt bei mir immer dasselbe Gefühl zurück: Dankbarkeit. Es ist ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass wir an diesem Tag wieder einigen Menschen zumindest für einen Moment etwas Wärme, Hoffnung oder einfach das Gefühl geben konnten, gesehen zu werden.
Passt auf euch auf. Und vielleicht schaut ihr im Alltag einmal etwas genauer hin. Manchmal braucht ein Mensch keine große Rettungsaktion, sondern einfach jemanden, der nicht wegschaut, zuhört und Hilfe anbietet.
Andreas und Christian
vom Team Lichtschmiede e. V.