02. Oktober 2026

Grenzen setzen

Wir begannen unsere Tour wieder mal in Vohwinkel. Seit die Bahnhofshalle renoviert wurde, hatten wir dort niemanden mehr angetroffen. Aber es lohnt sich eben doch, ab und an noch mal nachzusehen, denn heute saß ein alter Bekannter auf einer der neu installierten Bänke. Er war erkältet, hatte keinen Hunger, aber Haribos nahm er gerne.

Weiter ging es zu einigen Schlafstellen, die jedoch noch verlassen waren. Wir trafen die Bewohner dann aber am Hauptbahnhof. Dort bildete sich sofort eine Schlange an unserem Wagen. Carina und ich arbeiteten schnell Hand in Hand, um die unterschiedlichen Wünsche zu erfüllen.

Auch die Pfirsiche aus der Foodsharing-Rettung wurden äußerst dankbar angenommen. Trotz des Andrangs blieb die Stimmung ruhig und friedlich. Nur für Gespräche war leider zu wenig Zeit.

Auf dem Weg durch die Innenstadt stoppte uns jemand, den wir schon am Bahnhof versorgt hatten. Er ist immer sehr hungrig und sein Satz „Wenn ihr Bock habt und lustig seid, würde ich noch eine Terrine nehmen“ brachte uns zum Lachen. Viel heißes Wasser hatten wir zwar nicht mehr, aber für ihn machten wir natürlich noch eine Terrine fertig. Manchmal sind es gerade diese kleinen, humorvollen Begegnungen, die eine Tour so besonders machen.

Das restliche Wasser benötigten wir noch für ein Vater-Sohn-Gespann, dessen Schlafplatz wir auf dem Rückweg anfuhren.

Wir kennen die beiden schon sehr lange und haben ihnen schon viele Wünsche erfüllt. Auch heute bekamen sie neben einer Grundversorgung mit Essen und Trinken die gewünschten wärmeren Schlafsäcke, Unterhosen, Socken...

Als der Vater dann aber noch eine Reihe von Sonderwünschen aufzählte und wir sie nicht erfüllen konnten, wurde er verbal ziemlich ausfallend und versuchte, sich eigenhändig einen Überblick im Wagen zu verschaffen. Carina und ich schauten uns kurz an und waren uns sofort einig: Stopp!

Wir wünschten eine gute Nacht und fuhren davon. Da half auch kein Klopfen an die Seitenscheibe.

Ja, heute endete der Abend einmal anders als gewohnt. Aber auch das gehört zu unseren Touren: helfen, zuhören, Wünsche erfüllen... und manchmal eben auch freundlich, aber bestimmt eine Grenze ziehen.

Passt gut auf euch auf.

Carina und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.