27. Januar 2024

Als wir ihm alles in einem großen Rucksack überreichten, fehlten ihm die Worte

Heute ist Andreas nach dem einkaufen im Zentrum von Gevelsberg ein Herr an einer Parkbank aufgefallen. Dieser machte einen etwas "verlorenen" Eindruck. Auch seine zu dünne und verdreckte Kleidung ließ darauf schließen, dass dieser Herr hier Hilfe gebrauchen könnte. Andreas sprach ihn darauf hin an und tatsächlich handelte es sich um jemanden ohne feste Bleibe auf der Durchreise. Er war bereits gestern in Gevelsberg angekommen und hatte Unterschlupf in der Obdachloseneinrichtung der Polizeiwache Gevelsberg bekommen.
Der Herr fing an zu erzählen und schien gar nicht mehr zum Ende kommen zu wollen. Aber auch das gehört zu den Aufgabne der Lichtschmiede - den Leuten ein Ohr und Zeit schenken und einfach mal zuhören. Schnell stellte sich auch heraus, dass der Mann keine Wechselkleidung mehr besaß und hier dringend Hilfe geboten war.
Ein kurzer Hilferuf in unserer internen Vereinsgruppe und schon holte Andreas mich wenig später ab, um die nötigen Dinge für den Herrn zu organisieren. Wir kauften zuerst beim großen "D" - quasi schon ein langer und zuverlässiger Partner der Lichtschmiede - ein paar neue Winterschuhe. Dann besorgten aus dem Lager warme Kleidung und zusätzlich noch Hygieneartikel, einen Schlafsack mit Isomatte und brachten von dort auch heißen Tee und etwas Süßes für die Seele mit.
Kurze Zeit später trafen wir uns mit dem Herrn wieder und das Strahlen und die Ungläubigkeit über so viele neue Dinge standen ihm ins Gesicht geschrieben. Als wir ihm alles in einem großen Rucksack überreichten, fehlten ihm die Worte. Dafür lieben wir unsere ehrenamtliche Arbeit bei der Lichtschmiede, ein Danke von Herzen sagt mehr als tausend Worte.
Andreas und ich arrangierten bei der Polizei dann noch, dass der Herr noch zwei weitere Nächte in deren Unterkunft verbleiben durfte. So kann er sich dann am Montag auf seinen weiteren Weg begeben. Hier auch noch einmal ein großes Danke an den freundlichen Polizisten. Auch die Polizei kennt uns mittlerweile ziemlich gut und kooperiert auch gerne mit uns. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
Bitte haltet die Augen auf. Und wenn ihr ebenso Menschen in solcher Not antrefft, ruft uns an oder wählt im Ernstfall gleich die 112.
Euer Andreas und Olaf