26. März 2024

Hilfe, die ankommt

Als wir ans Lager kamen, stand unser Vereinsauto noch nicht auf dem Hof. Andreas war damit noch unterwegs. Er hatte einer jungen, sehr sympathischen obdachlosen Frau, die wir schon länger kennen, kurzfristig eine Wohnung vermitteln können und organisierte an diesem Tag den Bezug der Wohnung.
Am Lager angekommen packte er noch schnell eine Tasche mit den notwendigsten Hygieneartikeln, die er im eigenen Fahrzeug noch vorbeibringen wollte. Danach ging es für ihn direkt zur Nachtschicht in die Firma, in der er beschäftigt ist.
Wir haben fast alle einen Beruf - die Arbeit bei der Lichtschmiede ist ehrenamtlich. Das muss man mit ganzem Herzen machen, vom Sinn überzeugt, ohne persönliche Befindlichkeiten, ohne wenn und aber.
Wir fuhren zunächst nach Hagen, für Sabine und mich kein gewohntes Terrain. Aber wir fanden alle Stellen, an denen wir Menschen versorgen konnten. Wie immer trafen wir die meisten Straßenmenschen am Bahnhof an.
Wenn der Kofferraum geöffnet ist und wir gemeinsam den Ansturm bewältigen, mischen sich auch immer wieder Menschen darunter, die ein Dach über dem Kopf haben und auch nicht bedürftig sind. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür und erkennt das schnell. Auch heute mussten wir einige Male aufklären: Wir sind ein Verein, der von Spenden lebt, die zweckgebunden sind. Wir arbeiten ehrenamtlich und haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Spenden richtig ankommen, ihren Sinn erfüllen. In der Regel haben dafür auch alle Verständnis.
Danach fuhren wir nach Wuppertal - bekanntes Terrain für uns. Hier wurden wir an einigen Stellen schon erwartet, teilten den versprochenen Gutschein für den Schuhkauf aus und versorgten ansonsten alle mit dem, was sie brauchten. Zwischendurch wurde es mal sehr laut am Auto. Ein stark alkoholisiertes Paar geriet in Streit. In solchen Situationen ist es uns noch immer gelungen zu vermitteln, dass in unserem Umfeld ein friedlicher und höflicher Umgangston erwünscht ist. Und damit hatten wir auch heute Erfolg. Sie beruhigten sich schnell, konzentrierten sich lieber auf die heiße Nudelterrine und den Kaffee, der ihnen guttat.
An diesem Abend hörten wir wieder häufig Sätze wie: "Super, dass es euch gibt." Aber letztendlich machen es nur die vielen Spenden möglich, dass wir so agieren können. Dank der Spenden von Unternehmen und Privatpersonen sowie des großen Interesses vieler Menschen an unserer Arbeit ist all das möglich. Nur so können wir diese ehrenamtliche Aufgabe immer wieder mit Freude und Überzeugung erfüllen.
Eure Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V. - Hilfe, die ankommt!