Heute Abend bin ich nach längerer Zeit endlich mal wieder mit Andreas im Straßeneinsatz gewesen.
Mein Labbi-Mädchen Emma hat uns begleitet und fand es mega aufregend.
Und auch unsere Menschen auf der Straße haben sich direkt gut mit ihr verstanden.
Die Wuppertal-Runde stand auf dem Plan.
Heute habe ich ganz besonders die Frauen-Präsenz unter den Obdachlosen wahrgenommen.
Besonders "beeindruckend" empfand ich die von uns schon häufiger besuchte Frau im Bahnhof Vohwinkel, die dort auf einer Bank liegt, vollkommen verschwunden in ihrem Schlafsack.
Keine 10 Meter entfernt saß ein offensichtlich aufgebrachter Mann auf einer Bank und beschimpfte lautstark ein fiktives Gegenüber.
Wir fragten unsere Obdachlose, ob er nicht zu laut sei und ob es sie nicht ängstigt - sie zuckte leicht mit den Schultern und sagt mit ganz leiser und ruhiger Stimme: "Ist doch nicht schlimm."
Als wir gehen, versteckt sie sich wieder in ihrem Schlafsack, während der Mann sich weiter lautstark mit seinem unsichtbaren Gegenüber streitet.
Und ich habe tiefen Respekt vor der Frau.
Wenn man in der Obdachlosenarbeit unterwegs ist, gewöhnt man sich an einiges.
Vieles jedoch ist und bleibt zu abstrakt für mich, um mir vorstellen zu können, wie man an solch einem Leben festhalten kann.
Daher empfinde ich Respekt, sie 'leben' - aus welchen Gründen auch immer - dieses Leben und werfen es nicht weg, obwohl es absolut nicht lebenswert erscheint.
Ich freue mich auf jeden Fall auf meinen nächsten Einsatz und Emma wird uns bestimmt wieder begleiten.
Eure Heike mit Andreas vom Lichtschmiede-Team