21. Juni 2024
Er hat sich nicht aufgegeben
"Wenn man um sich herum nicht mehr aufräumt, geht alles den Bach runter", erklärte uns eine odachlose Bekannte auf unserer Freitagstour durch Wuppertal.
Ihr Schlafplatz, den sie sich mit ihrem Partner teilt, war sehr ordentlich – und genau das war uns aufgefallen.
Sie hat recht.
Sehr oft treffen wir auf Schlafplätze, die zugemüllt sind. Alles scheint egal und die innere Antriebslosigkeit spiegelt sich in der Umgebung wider.
Trotz des absolut schrecklichen Wetters fanden viele Straßenmenschen den Weg zu unserem Vereinswagen. Auch zwei unserer Lieblingsmenschen.
Wir fragen uns jedes Mal:
Was hat sie auf die Straße gebracht? Was ist da passiert?
Beide sind äußerst zurückhaltend, bescheiden, höflich und gebildet. Außerdem legen sie großen Wert darauf, dass ihr Equipment sorgfältig und ordentlich verstaut ist. Jeden Freitag warten sie auf uns. Das ist offensichtlich.
Und sie sind enttäuscht, wenn sie uns einmal verpassen. Wir auch.
Auf einem Platz fällt unser Blick sehr oft in einen inzwischen leeren Hauseingang. So auch gestern.
Dann denken wir beide an einen ebenso höflichen und bescheidenen Menschen, der dort einmal lag, schwer krank war und schließlich verstarb. Je weiter es mit ihm bergab ging, desto mehr Müll breitete sich um ihn herum aus.
Aufgegeben eben.
Am Schluss unserer Tour konnten wir die neue Unterkunft eines Obdachlosen bewundern. Er hatte den ganzen Tag an einer Art von Zelt gebastelt und es sah nun sehr gemütlich aus. Wir durften gerne ein Foto davon machen. Schnell zog er noch die "Bettdecke" glatt.
Er hat sich nicht aufgegeben.
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Vielleicht seid ihr schon bald mit auf Tour oder unterstützt uns in einer der vielen anderen Aufgaben unseres Teams.
Wir freuen uns auch euch.
Passt auf euch auf.
Sabine und Monika
vom Team Lichtschmiede e. V.