19. Dezember 2024

Und plötzlich wurde es voll am Wagen

Zuhause … bei mir im Warmen, bei Kaffee, Weihnachtsplätzchen und Kerzenschein. Die Uhr immer im Auge, denn heute geht es für mich mit Steffi auf Tour.

Es hat aufgehört zu regnen, dafür ist es empfindlich kalt geworden. Gerade mal 4 Grad, und die Nässe vom Tag tut ihr Übriges.

Wir haben es gut. Wir bedienen uns am Kleiderschrank und holen die warmen Wintersachen heraus. Doch das können die Menschen, die draußen leben, eben nicht.

Am Lager angekommen, packten wir zusätzlich noch warme Kleidung ein und los ging es.

Unsere Tour starteten wir zum Unterschlupf zweier Herren. Auf unser Rufen kamen beide zum Auto. Einem der Herren war sehr kalt. Daher holte er nur seine Thermoskanne für Kaffee und wollte schnell wieder zurück in seinen Schlafsack. Der andere Herr mag gerne Kartoffelpüree und nahm für später gerne noch Dosenfisch mit.

Er führte uns auch noch zu einer anderen Schlafstelle und wollte, dass sein Bekannter ebenfalls etwas bekäme. Doch sein Rufen blieb unbeantwortet. Der Eingang zum Schlafplatz sah verschlossen aus.

So verabschiedeten wir uns von beiden und fuhren Richtung Bahnhof. Dort war es, wie auch schon am Vortag, erstaunlich ruhig und leer.

Ein Herr mit einem körperlichen Handicap kam wie immer auf uns zu. Das ist an sich schon schwer genug – und mit einem Leben auf der Straße noch viel schwieriger.

Er hatte davon gesprochen, sich um einen Entzugsplatz zu kümmern, bisher jedoch noch nichts unternommen. Da er mit seiner jetzigen Situation und der Kälte so unzufrieden ist, haben wir ihm erneut gut zugeredet, die Sache am nächsten Tag anzugehen.

Wir hoffen darauf.

Wir setzten unsere Tour fort. Hier mal ein Karamellkaffee, dort eine Weihnachtstüte, eine Apfelschorle und kurze Gespräche.

Dann zog es uns noch einmal Richtung Bahnhof. Zwei Herren erkannten unseren Vereinswagen und winkten uns zu.

Und plötzlich wurde es voll am Wagen. Schlafsäcke, warme Schuhe, dicke Socken, Pullover und vieles mehr. Das Auto wurde zusehends leerer.

Es ist immer wieder berührend, wie dankbar und – zumindest für den Augenblick – zufriedener die Menschen sind.

Eine besinnliche Weihnachtszeit wünscht das Lichtschmiede-Team, heute vertreten durch

Steffi und Susanne.