Der Monat auf der Platte ist finanziell schon gelaufen - andere Zeitrechnung - und es war kalt und regnerisch.
Vielleicht ein Grund, warum wir an diesem Abend mit fast leerem Auto zurückfuhren.
Gleich zu Beginn der Tour trafen wir auf eine Bekannte, die am Boden zerstört war.
Ihr Partner auf der Straße war vor ein paar Stunden von der Polizei abgeholt worden.
Unbezahlte Rechnungen, Altschulden, die nie beglichen werden konnten.
Sie weinte herzzerreißend, hatte Angst vor dem Alleinsein und dann war da natürlich auch die Sorge um ihn.
In solchen Situationen ist es schwer Trost zu spenden, Optimismus zu verbreiten.
Wir versuchten es und am Ende des Gesprächs lächelte sie sogar.
Angst vor dem Alleinsein hatte auch ein anderer Straßenmensch.
Er wollte unbedingt seine Wohnung in einer Unterkunft kündigen, schlief lieber wieder auf der Straße.
Sein Rollator gab ihm Halt.
Die Wirbelsäule verletzt, Muskulatur und Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen.
"Ich habe Angst, dass ich irgendwann in der Wohnung liege und niemand hilft mir. Niemand findet mich. Will nicht alleine sein."
Auch auf dieser Tour hatten einige wieder auf uns gewartet.
"Habe schon gedacht, ihr kommt nicht mehr."
Klar, brauchen sie verschiedene Dinge zum Überleben: eine warme Mahlzeit, Getränke, Socken, Unterwäsche, Hygieneartikel, einen warmen Schlafsack.
Letztendlich brauchen sie aber alle das Gefühl, nicht alleine zu sein, die Gewissheit, dass sich jemand um sie kümmert.
Und wenn es auch nur die " Freitagsfrauen von der Lichtschmiede" sind, wie uns jemand nannte.
Unsere Teams sind mehrmals die Woche in den umliegenden Städten unterwegs und alle hauptsächlich aus diesem Grund.
Passt auf euch auf. Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.