18. September 2024

Lichtschmiede e. V. trifft Straßenengel

So oder so ähnlich könnte man die Menschen bezeichnen, die uns und den Bedürftigen an diesem Abend unkompliziert geholfen haben.

Steffi und ich begaben uns an diesem Abend auf Tour durch Witten und Hagen. Es galt wie immer: Tempo drosseln, Augen auf und wachsam sein.

Nachdem wir in Witten aber niemanden im Zentrum und Umgebung sowie an den uns bekannten Plätzen angetroffen haben, beschlossen wir, noch einige abgelegenere Bereiche der Stadt zu erkunden. Aber auch hier trafen wir nur Spaziergänger und einige jüngere Partygänger an.

Somit machten wir uns auf nach Hagen, ein Weg, der uns auch vieles gelehrt hat.

Kaum angekommen, trafen wir auf einen uns bekannten älteren Herrn, der sich abends immer am selben Platz in der Nähe eines Kiosk und eines Imbiss aufhält. Gerade als wir ihn ansprachen, um zu helfen, tauchte Engel Nummer eins mit ihrer Tochter auf und überreichte ihm den Döner, den er sich zuvor gewünscht hatte. Dieser Engel wollte kein Geld spenden und fragte zuvor, ob er etwas zu essen haben möchte. Leider haben wir ihren nicht ganz leicht zu merkenden Namen vergessen, aber wir sagen noch einmal ein ganz großes Danke an die Dame mit ihrer Tochter.

Im gleichen Moment kam ein weiterer Herr hinzu, der unseren Vereinswagen erkannte. Er sprach uns auf die Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Antragsstellung bei verschiedenen Ämtern an und Steffi konnte mit ihrer Erfahrung als Sozialarbeiterin Rede und Antwort stehen. Auch das ist die Lichtschmiede e. V.

Zum Abschluss gab es dann auch noch eine heiße Terrine gegen den Hunger und ein großes Dankeschön beider Herren an uns.

Kaum ein paar Meter weiter durften wir unserer Bekannten der letzten Tour wieder einen leckeren Kaffee zubereiten.

Just in diesem Augenblick fiel Steffi ein Herr auf, der auf der anderen Straßenseite auf den kalten Boden lag, ohne Socken, ohne Jacke und "etwas" angetrunken, was die Kommunikation mit ihm nicht einfacher machte. Für uns war zunächst klar, so konnten wir ihn nicht zurücklassen und wir versuchten herauszufinden, wo der Herr wohnt und ob er noch eigenständig nach Hause findet.

Er nannte uns eine Adresse, die es so aber in Hagen nicht gab und wir rätselten weiter und fragten auch Passanten, ob sie eine solche Straße hier kennen würden. Dies bekam auch ein junger Mann mit, der gerne seine Hilfe mit einbringen wollte.

Er sollte Engel Nummer zwei am heutigen Abend werden.

Nachdem wir mit der Adresse nicht weiter kamen, riefen wir die Polizei, die eine Abfrage in der Datenbank vornahm. Wir erfuhren seine aktuelle Anschrift und Engel Nummer zwei erklärte sich bereit, den Herrn auf eigene Verantwortung nach Hause zu fahren. Wir versprachen, nach einem weiteren Stop in Hagen, an dem wir wieder umfangreiche Hilfe an Terrinen und Hygieneartikeln leisten durften, auch zur Meldeadresse zu fahren und zu schauen, ob alles in Ordnung ist.

Beide waren gut dort angekommen, aber es stellte sich heraus, dass der Herr wohl seine Wohnungsschlüssel verloren hatte und nun nicht mehr in seine Wohnung kam. Nun wünschten wir uns einen weiteren Engel herbei – Überlegung hin, Überlegung her – der Herr hatte kein Bargeld dabei, um einen Schlüsseldienst zu bezahlen. Aber ohne ging es nun einmal nicht. Engel Nummer zwei entschied dann, einen Schlüsseldienst zu kontaktieren.

Die Bezahlung wurde geklärt und kurze Zeit später halfen die Herren ganz unkompliziert und dafür dankten wir und der Bewohner ihnen sehr. Sie waren somit unsere Engel Nummer drei an diesem Abend.

Mittlerweile war es nach 01.30 Uhr und wir konnten einen spannenden und aufregenden Abend auf unserer Rückfahrt Revue passieren lassen.

Auch unsere Straßenteams müssen schließlich irgendwann mal noch schlafen.

Passt auf euch auf und achtet bitte auch auf andere Menschen in Not.

Steffi und Olaf

vom Team Lichtschmiede e. V.