12. Februar 2024

Die gute alte deutsche Bürokratie

Nachdem Miriam und ich das Vereinsauto am Lager in Ennepetal mit den Vorräten aufgefüllt haben, sind wir nach Hagen gefahren. Dort haben wir an den verschiedenen Stellen bedürftige und obdachlose Menschen mit Essen, Getränken und Hygieneartikeln versorgt. n Erinnerung geblieben sind mir heute vor allem die vielen Gespräche über Sorgen, Nöte und Wünsche der Menschen.
Da erzählt uns eine Dame von einem regelrechten Kampf um die besten Bettelstellen. So nach dem Motto "Aufgestanden, Platz vergangen". Dann war da die Geschichte des jungen Mannes mit seiner Partnerin. Ende letzten Jahres verlor er seinen Job - mit einer Leistungssperre beim Arbeitsamt. Besonders betroffen machte uns die Geschichte eines Mannes, der an diesem Tag die Chance auf eine Alkoholentgiftung verpasste – nur weil ein Übergangsdokument nicht anerkannt wurde. Mitte der Woche gibt es einen neuen Anlauf und wir drücken fest die Daumen. Die gute alte deutsche Bürokratie - oft ein Segen, aber manchmal auch ein Fluch.
Auf dieser Tour war es auch manchmal schwer, zwischen obdachlosen Menschen und gestrandeten Karnevalsjecken zu unterscheiden. Zumindest haben wir auch bei diesen Personen nach dem Rechten geschaut und hätten bei Bedarf die 112 gewählt. Kurz vor Ende der Tour trafen wir noch auf ein Quartett der Polizei im Bahnhof. Hier hinterließen wir unsere Visitenkarte für den Fall der Fälle. Bitte schau auch du nicht weg, wenn Menschen Hilfe benötigen. Es bedarf nicht immer des Körperkontakts, ein Hilferuf über 112 kann hier aber Leben retten.
Wir wünschen Euch eine gute Nacht.
Miriam und Kerstin vom Team Lichtschmiede e. V.