Wir trafen in Hagen nur einen Straßenmenschen an und zu dem mussten wir übergroßen Abstand halten.
Er hatte Läuse, berichtete sofort von seinem Juckreiz und dem Bedürfnis Kleidung, Schlafsack, einfach alles wegzuwerfen.
Läusebefall tritt häufig im Spätsommer auf und kann jeden treffen.
Aber in einem Haushalt mit Bad, Waschmaschine und einem Läuseshampoo kriegt man das schnell in den Griff.
Auf der Straße, im Gebüsch oder unter der Brücke ist es eine Katastrophe!
Wir besprachen das weitere Vorgehen: Läuseshampoo verschreiben lassen, Behandlung bzw. Dusche in einer sozialen Einrichtung und komplett neue Kleidung, Schlafsack etc. aus unseren Beständen.
Ansonsten alles wegwerfen.
Die einzige Chance, die lästigen Parasiten wieder dauerhaft loszuwerden.
So ist der Plan und wir hoffen, dass er möglichst schnell funktioniert.
In Wuppertal war es zunächst auch ungewöhnlich ruhig.
Die Stadt war voller Menschen, aber wo waren die ohne Zuhause?
Wir warteten eine zeitlang auf einem belebten Platz und plötzlich, als hätten sie sich abgesprochen, kamen so viele, dass wir auch zu zweit Mühe hatten, allen gerecht zu werden.
Und gerecht wird man jedem nur, wenn man auch Zeit hat für ein paar Worte, ein kurzes Gespräch.
An diesem Abend waren unsere Schlafsäcke wieder sehr begehrt.
Die Nächte werden eben kälter.
Eine ältere Dame freute sich auch "nur" über eine heiße Nudelterrine.
Sie setzte sich damit auf eine Mauer und es war einfach schön zu beobachten, wie sie die Suppe langsam, Löffel für Löffel, genoss.
Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die große Freude bereiten können.
Passt auf euch auf. Andreas und Monika vom Team Lichtschmiede e. V.
PS: Die liebevoll handgemachten Sorgenwürmchen, die wir gespendet bekommen haben, sind auch fleißig bei der Arbeit.