15. Dezember 2023
Wie aus einer anderen Zeit
Das Gebäude, die Halle, die wir regelmäßig auf unserer Wuppertal-Tour anfahren, hat etwas Nostalgisches, Skurriles.
Und auch an diesem Abend passten die obdachlosen Menschen, die dort Schutz suchten, irgendwie ins Bild.
Drei ganz unterschiedliche Menschen:
- Der sehr agile Bekannte, der sich so großflächig mit seinem Hab und Gut ausgebreitet hat, aber auch mit dem Müll, der überall verstreut ist.
Wie lange wird das gutgehen, bis das Ordnungsamt eingreift?
Er nahm gerne eine Terrine und einen Kaffee und redete dabei ununterbrochen, immer in Bewegung in seinem langen schwarzen Mantel, der fast über den Boden schleift.
- Die äußerst bescheidene obdachlose Frau, die sich auf einer Bank so "klein macht".
Als wir ankamen, steckte ihr eine Dame gerade eine Visitenkarte von der Diakonie zu.
Aber sie will nicht.
Sie will keine Hilfe.
Sie will einfach nur ihre Ruhe.
Es ging ihr nicht gut, die Augen glänzten fiebrig.
Doch einen Tee nahm sie gerne.
- Der junge Mann, den wir bisher nur schlafend oder abweisend angetroffen hatten.
Heute fanden wir einen Zugang.
Er saß aufrecht auf seiner Bank und nahm dankbar unser Angebot von etwas Warmem, Kaffee und etwas Süßem an.
Offen und freundlich bedankte er sich.
Der Bann ist gebrochen.
Auf unserer weiteren Tour trafen wir jemanden, den wir längere Zeit nicht gesehen hatten.
Wiedersehensfreude auf beiden Seiten!
Und dann umarmt man sich auch mal und unterhält sich lange.
Am Bahnhof trafen wir dann auf einen sehr alten Bekannten.
Sofort fiel uns auf, dass er nicht sein gewohntes Gepäck schleppte.
Der Rucksack, den er vor langer Zeit von uns bekommen hatte, fehlte.
Aber er hatte gute Nachrichten!
Er bewohnt nun ein Zimmer in einer Unterkunft und kümmert sich gerade um einen Ausweis und alles, was ihn von der Straße holen könnte.
Wir kennen ihn schon so lange und versorgen ihn immer mit dem, was er braucht.
Und nun scheint es bei ihm aufwärts zu gehen.
Richtig schön.
An einem Parkaus fanden wir einen Mann, der von einem Vereinsmitglied tagsüber gesichtet worden war.
Er konnte nach einer Auseinandersetzung wohl nicht mehr in seiner gewohnten Unterkunft schlafen.
Jetzt lag er da in der Kälte und freute sich über uns und unsere Hilfe.
Er nahm sehr gerne eine warme Mahlzeit und einen Kaffee.
Wir werden beim nächsten Mal wieder nach ihm sehen.
Passt alle auf euch auf.
Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e V.