11. April 2023

Da wir wissen, dass sie gerne Leggings trägt, hatten wir auch zwei für sie dabei

Björn und Sabine
Heute konnten wir endlich die junge Frau aus Wuppertal erreichen, die Schuhe, Socken und Hygieneartikel benötigte. Häufig ist das gar nicht so einfach, weil die Menschen auf der Straße selten die Möglichkeit haben, ihr Handy aufzuladen, und wenn es dann mal aufgeladen ist, kein Guthaben, um einen Anruf zu tätigen. So freuten wir uns, sie zu hören und verabredeten uns. Als wir am Treffpunkt ankamen, wartete sie schon auf uns und es gab einiges zu erzählen. Nachdem Hunger und Durst gestillt waren und etwas Süßes sowie ein kaltes Getränk in ihrer Tasche verstaut waren, gaben wir ihr die dringend benötigten Dinge. Da wir wissen, dass sie gerne Leggings trägt, hatten wir auch zwei für sie dabei. Ihre Freude war so groß. Neue hochwertige Sneaker. Sie fragte zweimal, ob die wirklich für sie sind. Ihre Freude war unsere Freude, und zeigte uns mal wieder, es ist richtig und wichtig was wir machen.
Die Nächte sind zwar nicht mehr ganz so kalt, aber diese andauernde Nässe setzt den Menschen auf der Straße auch zu. Wenn wir in den Regen kommen, können wir uns Zuhause umziehen und unsere nassen Klamotten trocknen. Die Straßenmenschen haben diese Möglichkeit nicht und müssen sich dann oft auch noch in einen feucht gewordenen Schlafsack legen. So war es uns an diesem Abend ganz wichtig unseren guten Bekannten zu suchen, den wir nun schon seit 2 Nächten vermissten. Schauen, ob es ihm gut geht, ob wir ihm helfen können, ihn unterstützen können.
Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, wo sich jemand aufhalten könnte und so dauerte es gar nicht so lange und wir fanden ihn. Die Freude war auf beiden Seiten groß und bei heißen Terrinen und Kaffee gab es viel zu erzählen. Der Schlafsack war nass geworden und auch die Isomatte hatte gelitten. Gut dass wir ihn gefunden haben und mit allem ausstatten konnten. Eine Plane zum Schutz des Lagers hatten wir nun zwar nicht parat, aber um die kümmern wir uns. Dann gab es noch etwas Süßes und wir verabschiedeten uns mit einem guten Gefühl.
An diesem Abend, dieser Nacht trafen wir noch viele unserer bekannten Straßenmenschen. Wir haben viel geredet, zusammen gelacht. So einige Terrinen, Kaffee, kalte Getränke und Süßes konnten die Nacht für die Menschen, die auf der Straße leben müssen, etwas erträglicher machen.
Kommt alle gut durch die Nacht, Björn und Sabine vom Team der Lichtschmiede e. V.