Jan, Michael und Sabine auf Ostersonntagstour
Schon am Nachmittag trafen wir uns bei Jan, um seinen Bus mit vielen Leckereien, aber auch Nützlichem zu bestücken.
Wir wollten heute nicht erst am Abend tätig werden, weil die Feiertage oft nicht einfach sind für die Menschen, die auf der Straße leben.
Noch schwieriger als es sonst schon ist.
Michael von "Niederwenigern hilft" hatte eine leckere Tomatensuppe mit Fleischeinlage gekocht und dazu gab es noch frisch gebackene Osterhäschen.
Die selbstgekochten Mahlzeiten von Michael sind immer eine gelungene Abwechslung zu den Terrinen, die wir sonst verteilen und die Straßenmenschen und Bedürftigen freuen sich immer sehr darüber.
Nachdem der Bus fertig beladen war, ging es auch schon los.
Unser erstes Ziel war der Herr, der mit seinem Hund im Auto lebt.
Peter (Name geändert) hielt allerdings gerade ein Nachmittagsschläfchen und wir wollten ihn nicht wecken.
So fuhren wir erstmal weiter nach Hagen.
Da später noch ein weiteres Team von der Lichtschmiede e. V., nämlich Andreas mit Gudrun und Joschi unterwegs sein würden, war klar, dass später noch einmal zu ihm gefahren und er dann versorgt werden würde.
Auf der Fahrt nach Hagen hatten wir uns schon viel zu erzählen und ein reger Austausch fand statt.
Da ich noch nicht besonders lange im Team der Lichtschmiede bin, lerne ich zur Zeit noch die einzelnen Teammitglieder kennen und sie mich natürlich.
Und es ist so schön zu merken, es passt einfach.
Wir alle möchten helfen und das auf eine ganz entspannte und ungezwungene Art und Weise.
In Hagen angekommen fuhren wir zu einem Platz, wo wir wissen, dort gibt es viele, die unsere Hilfe benötigen.
Einem Herrn hatte Jan bereits telefonisch unseren Besuch angekündigt.
Er wartete dort schon auf uns.
Neue Schuhe benötigte er und Hunger hatte er sowieso.
Die Schuhe hatten wir natürlich dabei und bei einem Teller Suppe wurde gewitzelt und gelacht.
Von Michael gab es noch eine gefüllte Tasche mit Handtüchern dazu.
Derweil kamen noch einige andere Bedürftige und auch sie freuten sich sehr über die leckere Suppe und das Gebäck.
Auch Kaffee und kalte Getränke waren sehr gefragt.
Als dort alle versorgt waren, fuhren wir noch etwas durch Hagen.
Da wir aber sonst niemanden antrafen, der unsere Hilfe benötigte, machten wir uns auf den Weg nach Wuppertal.
In Wuppertal fuhren wir zuerst einen großen Platz an und kaum waren wir ausgestiegen, konnten wir auch schon die große Suppenterrine aufmachen und die erste Suppe wurde von einem uns bekannten Straßenmenschen entgegen genommen.
Etwas weiter unten sahen wir einen jungen Mann vor einem Ladeneingang sitzen.
Da wir zu dritt waren, bin ich schnell zu ihm gegangen und habe ihm erzählt, wer wir sind und dass wir Essen und Getränke dabei haben.
Ganz ungläubig kam er mit mir mit, wollte aber erstmal nur einen Kaffee und ein Stück Gebäck.
Er sagte, er hat uns schon häufiger gesehen, aber erstmal nur aus der Entfernung geguckt.
Und er war froh, dass ich ihn angesprochen habe, er selbst hätte es sich nicht getraut.
Seit einem Jahr lebt er auf der Straße.
Wir merkten, das Gespräch tat ihm sehr gut.
Auch benötigte er Unterwäsche und Socken.
Aber das haben wir ja alles schon standardmäßig dabei.
Nach einiger Zeit ging er dann wieder zu seinem Platz und sagte im Gehen "so schön, dass ich euch nun kennengelernt habe".
Ja, auch wir fanden das sehr schön.
Ein anderer guter Bekannter erzählte bei einem Kaffee, er sei zur Zeit im Krankenhaus und hätte gerade eine Stunde Ausgang, weil er etwas erledigen musste.
Sein offenes Bein wird dort versorgt und das ohne Krankenversicherung.
Ganz toll, dass das Krankenhaus das macht.
Wenn es auch nur einige wenige Tage sind.
Er braucht nun ganz dringend einen Personalausweis und wenn er den hat, dann kann er die nächsten Schritte einleiten, um dann auch krankenversichert zu sein.
Wir werden schauen, dass wir ihm dabei helfen.
Als wir noch im Gespräch waren, kam der junge Mann wieder zurück.
Ob er nun doch einen Teller Suppe bekommen kann, fragte er.
Er hatte nämlich seit 2 Tagen nichts mehr weiter gegessen.
Natürlich bekam er sie sofort.
Mit vielen Tellern Suppe, Getränken und Süßem konnten wir helfen.
Aber auch gute und intensive Gespräche führen.
Der Spaß kam auch nicht zu kurz.
Meine beiden Teamkollegen sahen aber auch mit ihren Kopfbedeckungen sehr "hübsch" aus.
Nun begann es schon dämmrig zu werden und wir wollten noch einen Straßenmenschen bei seinem Platz besuchen.
Dort angekommen stellten wir fest, dass alles geräumt war und von ihm keine Spur.
Auch das Absuchen der Umgebung war ohne Erfolg.
Wir werden weiter nach ihm Ausschau halten und hoffen, dass er einen anderen sicheren Platz gefunden hat.
Da nun schon das Team Andreas und Gudrun unterwegs war, fuhren wir zum vereinbarten Treffpunkt.
Nachdem wir uns dort austauschten und die restliche Suppe übergeben hatten, fuhren dann Jan, Michael und ich nach 5 Stunden, in denen wir vielen helfen durften, zurück nach Gevelsberg und Andreas, Gudrun und der süße Joschi starteten ihre Tour.
Jan, Michael und Sabine vom Team Lichtschmiede e. V. zusammen mit "Niederwenigern hilft"
Ostersonntag, für die meisten Menschen einer der höchsten Feiertage im Jahr.
Für obdachlose und bedürftige Menschen ist es einfach nur ein weiterer Tag, an dem sie ihrer Situation ausgeliefert sind.
Zum Feiern gibt es zudem auch nichts.
Die Städte sind so gut wie leer, also ist es auch schwer, sich Geld zu erbetteln.
Darum sind Feiertage und Wochenenden nicht der beste Freund derer, die keine eigene Wohnung haben.
Heute sind wir genau aus diesem Grund mit zwei Teams unterwegs gewesen.
Das erste Team startete recht früh.
Dazu gibt es einen eigenen Bericht.
Wir trafen uns dann abends in Wuppertal und sprachen uns ab, wo und wer schon versorgt war.
Wir übernahmen noch einen großen Topf mit leckerer Tomatensuppe und starteten unsere Tour.
Entlang der Wupper gab es noch reichlich zu tun.
An einem Platz trafen wir dann gleich vier auf einen Streich.
Nach Suppe, Kaffee und Kaltgetränken sowie Süßigkeiten kehrte das Lächeln zurück in ihre Gesichter.
Ein anderer Bekannter ist leider nicht mehr an seinem Platz.
Er musste seinen Schlafplatz räumen.
Leider wissen wir gerade nicht mehr, wo er zu finden ist.
Nachdem Gudrun, Joschi und ich alle Straßenmenschen in Wuppertal versorgt hatten, fuhren wir noch nach Gevelsberg.
Dort gibt es auch einen Herrn, den wir schon seit geraumer Zeit besuchen und unterstützen.
Leider lebt auch er auf der Straße.
Wir hoffen aber dies bald ändern zu können.
Dies war dann auch der letzte Stopp.
Die leckere Suppe war bis auf den letzten Teller ausgegeben, und ein Blick auf die Uhr riet uns, Feierabend zu machen.
Feiertag hin oder her, für uns war es dann auch ein Tag wie jeder andere.
Raus auf die Straße und den Menschen eine Freude machen.
Das ist das was uns Spaß macht.
Gute Nacht, Gudrun und Andreas vom Lichtschmiede e. V. Team