04. Februrar 2023

14 Tonnen Hilfsgüter mussten portionsweise verpackt werden

Hallo zusammen,
heute mal eine Zusammenfassung vom letzten Wochenende.
Samstag Morgen traf ich mich mit Gudrun und einer Freundin im Gospel Treff in Gevelsberg. Hier wurde heute mal nicht lecker gefrühstückt, sondern ordentlich angepackt.
14 Tonnen Hilfsgüter mussten portionsweise verpackt werden. All diese Hilfsgüter gehen, umgesetzt durch die Organisatoren, die hinter dem Gospel Treff stehen, in die Ukraine. Danach ging es für uns wieder zurück zum Tagesgeschäft.
Nachdem wir am Freitag den Herrn, der schon seit längerer Zeit in seinem Fahrzeug lebt, versprochen hatten wieder zu kommen, stand am Samstag genau dieser Besuch an. Jetzt gab es kein zögerliches Türen öffnen mehr als er uns sah. Freudestrahlend kam er aus dem Auto und begrüßte uns. Im Gespräch kam heraus, dass er weder Geld noch Essen hatte. Also nicht lange überlegt und fix einkaufen gegangen. Um sein Essen auch warm zu machen, bekam er noch einen kleinen Gaskocher. Die nächsten Tage hungert er schon mal nicht. Jetzt fehlte nur noch frische Kleidung. Die gibt es aus zeitlichen Gründen aber erst Sonntag.
Dieser besagte Sonntag startete mit dem Ausräumen unseres Vereinsfahrzeugs.
Michael und ich hatten einen Termin mit Angelika und Gabi. Dort durften wir, die Lichtschmiede e.V. und "Niederwenigern hilft", wieder reichlich Hilfsmittel in Empfang nehmen. Angefangen bei einem kleinen Fernseher und einem Bügeleisen für zwei uns bekannte Herren, über Spielzeug für Kinder in einer Unterkunft, 50 weiteren Thermobechern, die uns die Firma Sartorius Werkzeuge GmbH & Co. KG in Ratingen zur Verfügung gestellt hat, bis hin zu Kuchen und Muffins, die Angelika und ihre helfenden Elfen gebacken hatten. Nachdem auch wir uns von den Backkünsten bei Kaffee und Kuchen und netten Gesprächen überzeugt hatten, packten wir das Auto und verabschiedeten uns. Wir wollten ja noch auf Tour.
Vorher hieß es aber wieder, Auto ausräumen, Hilfsmittel einräumen und im Lager eine Tasche mit Kleidung packen. Dann konnte es los gehen. Erster Halt, Kleidung abgeben. Hier wollte uns Jürgen (Name geändert) eigentlich wieder nicht gehen lassen. Das mit dem Gaskocher erhitzte Essen und unsere Terrinen waren nach eigener Aussage die ersten warmen Essen seit ca. 40 Tagen. Für Jürgen sind wir aber schon im Gespräch mit der Stadtverwaltung. Vielleicht können wir ihm so helfen.
Nun ging es nach Bochum, Wuppertal und Hagen. Zwischendurch holten wir noch unseren Niko ab und fuhren zu dritt weiter. Essen, Getränke, Schlafsäcke und Kuchen wurden wie immer gerne angenommen. Sonntags ist es bekanntlich immer etwas ruhiger und so war es auch heute. Da die Geschäfte geschlossen und wenig Menschen in der Stadt unterwegs sind, lohnt es sich für die obdachlosen Menschen kaum, den ganzen Tag dort zu sitzen. Alle, die wir trafen bzw. an ihren Schlafplatz getroffen hatten, freuten sich über unseren Besuch.
Irgendwann musste aber auch mal Feierabend sein. Wieder mal viel später als geplant. Aber so ist das halt, wenn man einmal unterwegs ist, findet man nur schwer ein Ende. Machen wir aber gern. Gute Nacht, Michael, Niko und Andreas